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DCC (Dynamic Currency Conversion)

DCC rechnet den Kartenbetrag am Terminal in die Heimatwährung des Gastes um. Der Anbieter schlägt auf den Wechselkurs auf, der Händler erhält meist 0,5 bis 2 Prozent des DCC-Umsatzes.

Aktualisiert am

Dynamic Currency Conversion (DCC) ist die Umrechnung eines Kartenbetrags in die Heimatwährung des Karteninhabers, ausgeführt direkt am Terminal des Händlers. Der Gast sieht den Rechnungsbetrag statt in Euro in seiner eigenen Währung und bestätigt ihn dort. Den Wechselkurs stellt nicht das Kartennetzwerk, sondern der DCC-Anbieter, meist der Terminal- oder Acquiring-Partner: Er legt einen Aufschlag auf den Referenzkurs und beteiligt den Händler daran.

Wann DCC am Terminal überhaupt erscheint

DCC greift ausschließlich bei Karten, die auf eine Fremdwährung lauten. Eine Karte aus Frankreich oder Italien lautet auf Euro, dort erscheint das Angebot nie. Relevant sind Karten aus der Schweiz, aus Großbritannien, den USA oder Skandinavien. Wie viel Umsatz in Ihrem Betrieb auf solche Karten entfällt, weist Ihre Abrechnung im Kartenmix aus.

Die Regeln der Kartennetzwerke verlangen, dass der Karteninhaber die Währung aktiv wählt. Am Terminal geschieht das auf dem Display oder am PIN-Pad, eine stille Voreinstellung ist dort nicht zulässig. Seit dem 19. April 2020 gilt zusätzlich die Verordnung (EU) 2019/518: Händler und Geldautomatenbetreiber müssen vor der Zahlung den Wechselkurs und den prozentualen Aufschlag gegenüber dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank ausweisen. Der Gast sieht also, was die Umrechnung ihn kostet.

Woran der Händler bei DCC verdient

Der Ertrag stammt aus dem Aufschlag auf den Wechselkurs. Je nach Anbieter liegt er bei etwa 3 bis über 10 Prozent über dem Referenzkurs und wird vollständig vom Karteninhaber getragen. Den größeren Teil behält der DCC-Anbieter. Dem Händler wird eine Provision gutgeschrieben, üblicherweise 0,5 bis 2 Prozent des über DCC abgewickelten Umsatzes, meist monatlich abgerechnet. Ein Währungsrisiko trägt der Händler dabei nicht.

Die Höhe dieser Beteiligung steht selten im Hauptvertrag, sondern in einer gesonderten Vereinbarung zum Zusatzdienst. Fragen Sie zwei Dinge ab: den Prozentsatz und die Bezugsgröße. Eine Beteiligung von 1 Prozent auf den DCC-Umsatz ist etwas völlig anderes als 1 Prozent des Aufschlags. Wer nur den Prozentsatz hört und die Bezugsgröße nicht erfragt, überschätzt den Posten deutlich.

Ein Rechenbeispiel aus dem Einzelhandel

Ein Modehaus in einer Grenzregion, ein Standort, 1,2 Mio. Euro Kartenumsatz im Jahr. 12 Prozent davon laufen über Karten in Schweizer Franken, das sind 144.000 Euro. Etwa die Hälfte dieser Gäste nimmt das DCC-Angebot an, womit 72.000 Euro über die Währungsumrechnung laufen. Bei einer Provision von 1 Prozent bleibt daraus ein dreistelliger Jahresbetrag.

720 €

DCC-Provision pro Jahr

Modehaus, 1 Standort, 1,2 Mio. € Kartenumsatz, 12 % Fremdwährungsanteil, 1 % Beteiligung.

Diesem Ertrag stehen die eigentlichen Kartenkosten gegenüber. Bei einem effektiven Disagio von 1,3 Prozent zahlt derselbe Betrieb rund 15.600 Euro im Jahr für die Kartenakzeptanz. Die DCC-Provision deckt davon 4,6 Prozent. Sie fällt zudem nur an, solange Schweizer Gäste kommen und das Angebot annehmen, während die 15.600 Euro jeden Monat sicher anfallen.

Warum DCC keine Kartenkosten senkt

Die Provision liegt neben dem Preis der Transaktion, nicht darin. Interchange, Scheme-Fees und die Marge des Acquirers laufen unverändert weiter, ob DCC aktiv ist oder nicht. Teuer werden internationale Gäste an einer anderen Stelle: Karten von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ordnen viele Acquirer einer eigenen, höheren Preisgruppe zu, und die Netzwerke berechnen zusätzliche Cross-Border-Entgelte je Transaktion. Diese Posten stehen als eigene Zeilen in Ihrer Monatsabrechnung. Wer den Auslandsanteil günstiger machen will, verhandelt sie dort.

Häufige Fragen zu DCC

Ist DCC in Deutschland erlaubt?
Ja. Die Kartennetzwerke lassen DCC zu, verlangen am Terminal aber die aktive Währungswahl des Karteninhabers auf dem Display oder am PIN-Pad. Seit dem 19. April 2020 muss der Aufschlag gegenüber dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vor der Zahlung angezeigt werden (Verordnung (EU) 2019/518).
Senkt DCC meine Kartengebühren?
Nein. DCC ist eine Beteiligung an der Währungsumrechnung des Gastes und liegt neben Disagio, Interchange und Scheme-Fees. Ihr effektiver Satz auf die Transaktion bleibt unverändert, gleich wie viele Gäste die Umrechnung annehmen.
Ab welchem Fremdwährungsanteil lohnt sich DCC?
Unter etwa 5 Prozent Nicht-Euro-Umsatz bleibt der Ertrag meist dreistellig und rechtfertigt Schulung und Nachweispflichten selten. Ermitteln Sie den Anteil über drei repräsentative Monatsabrechnungen, bevor Sie die Funktion aktivieren.

Auch genannt

DCC · Dynamic Currency Conversion · Dynamische Währungsumrechnung · Währungsumrechnung am Terminal

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