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KartenKosten.de

Kartenkonditionen, verständlich erklärt

Die zentralen Begriffe rund um Acquiring, Disagio und Vertragsverhandlung, sachlich und mit konkreten Zahlen.

A

Acquiring
Acquiring ist die Abwicklung von Kartenzahlungen auf Händlerseite: Der Acquirer reicht Transaktionen bei den Kartennetzwerken ein und schreibt dem Händler den Umsatz gut.
Autorisierungsentgelt
Das Autorisierungsentgelt ist eine feste Gebühr pro Kartentransaktion, unabhängig vom Umsatz. Es liegt meist bei 1 bis 3 Cent je Zahlung und deckt die Prüfung, ob die Karte gedeckt und gültig ist.

B

Blended-Pricing
Beim Blended-Pricing zahlt der Händler für jede Karte denselben Mischsatz: einfach abzulesen, aber intransparent, weil Interchange, Scheme-Fee und Marge nicht getrennt ausgewiesen werden.

C

Chargeback
Ein Chargeback ist die Rückbelastung einer Kartenzahlung auf Veranlassung des Karteninhabers, etwa bei Betrug, Reklamation oder Nichtlieferung. Pro Fall fällt zusätzlich ein Bearbeitungsentgelt an.
Clearing & Settlement
Clearing und Settlement bezeichnen die Verrechnung und Auszahlung von Kartenzahlungen. Das Geld landet meist ein bis drei Bankarbeitstage nach der Zahlung auf Ihrem Konto.

D

DCC (Dynamic Currency Conversion)
DCC rechnet den Kartenbetrag am Terminal in die Heimatwährung des Gastes um. Der Anbieter schlägt auf den Wechselkurs auf, der Händler erhält meist 0,5 bis 2 Prozent des DCC-Umsatzes.
Disagio
Das Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.

F

Firmenkarte (Commercial Card)
Eine Firmenkarte ist eine auf ein Unternehmen ausgestellte Karte für Geschäftsausgaben. Sie fällt nicht unter die EU-Deckelung des Interbankenentgelts und kostet Händler deutlich mehr.

G

girocard
Die girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.

I

IC++ (Interchange++)
IC++ ist ein transparentes Preismodell, das jede Transaktion in drei offen ausgewiesene Bausteine zerlegt: Interchange + Scheme-Fee + Acquirer-Marge.
Interchange
Das Interchange-Entgelt fließt vom Acquirer an die kartenausgebende Bank des Kunden. In der EU ist es gesetzlich gedeckelt: 0,2 % bei Verbraucher-Debit-, 0,3 % bei Verbraucher-Kreditkarten.
Issuer (Kartenherausgeber)
Der Issuer ist das Institut, das die Karte des Kunden herausgibt. Er erhält für jede Zahlung das Interchange-Entgelt und bestimmt damit den größten Einzelposten Ihrer Kartenkosten.

K

Kartenmix
Der Kartenmix ist die Verteilung der Umsätze über Kartenarten (Debit, Kredit, Firmen-, Auslandskarten). Er bestimmt die effektiven Gebühren stärker als jeder Verhandlungstrick.
Kartennetzwerk (Scheme)
Ein Kartennetzwerk (Card Scheme) wie Visa, Mastercard oder girocard setzt die Regeln der Kartenzahlung, legt die Interchange-Sätze fest und erhebt eigene Scheme Fees, ohne Vertrag mit dem Händler.
Konditionsanalyse
Die Konditionsanalyse prüft bestehende Kartenabrechnungen Posten für Posten, bewertet das effektive Disagio gegen den Kartenmix und beziffert das konkrete Einsparpotenzial in Euro.

M

MIF (Multilateral Interchange Fee)
Die MIF ist der multilateral festgelegte Standard-Interchange-Satz von Visa/Mastercard, der gilt, wenn Issuer und Acquirer keinen eigenen Satz vereinbart haben.
Maestro und V PAY
Maestro und V PAY sind auslaufende Debit-Zweitmarken auf der girocard. An ihre Stelle treten Debit Mastercard und Visa Debit, die in vielen Verträgen in einer teureren Preisstufe landen.
Mindestumsatz / Mindestgebühr
Vertragsklausel, die je Terminal oder Standort eine monatliche Gebührenuntergrenze festlegt. Bleibt das Disagio darunter, stellt der Anbieter die Differenz in Rechnung.

N

NFC (kontaktlose Kartenzahlung)
NFC überträgt Kartendaten per Funk statt über den Chipleser. Für Händler ist das entgeltneutral, treibt aber über mehr Kleinbetragszahlungen die festen Entgelte je Transaktion nach oben.

P

PCI DSS
PCI DSS ist der Sicherheitsstandard der Kartennetzwerke für Karteninhaberdaten. Er wird über den Acquiring-Vertrag verbindlich und verlangt vom Mittelstand nur eine jährliche Selbstauskunft.
PSP (Payment Service Provider)
Der Payment Service Provider (PSP) liefert die technische Anbindung Ihrer Kartenzahlung an den Acquirer: Terminal, Gateway, Kassenschnittstelle. Seine Entgelte fallen je Transaktion und Terminal an.
Pass-Through-Pricing
Pass-Through-Pricing reicht Interchange und Scheme-Fees in tatsächlicher Höhe an den Händler durch; verhandelt wird nur die separat ausgewiesene Acquirer-Marge.

S

SEPA-Lastschrift
Einzugsverfahren über das Bankkonto: Der Zahlungsempfänger bucht per Mandat direkt beim Zahler ab. Statt eines prozentualen Disagios fallen feste Entgelte je Buchung an, dazu Kosten für Rückläufer.
Scheme-Fee
Scheme-Fees sind die Entgelte der Kartennetzwerke Visa und Mastercard für die Nutzung ihrer Infrastruktur: meist mehrere kleine Posten, in Summe oft 0,1–0,3 % zuzüglich Fixbeträgen.
Surcharging
Aufschlag für die Nutzung eines Zahlungsmittels. In Deutschland bei Verbraucherkarten nach § 270a BGB unwirksam, zulässig nur bei Firmenkarten, Amex und gewerblichen Kunden.

T

Terminal-ID (TID)
Die Terminal-ID (TID) ist die eindeutige Kennnummer eines Kartenterminals. Der Netzbetreiber vergibt sie je Gerät; alle gerätegebundenen Gebühren werden je TID abgerechnet.

V

Vertragslaufzeit / Kündigungsfrist
Laufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung entscheiden, ab wann bessere Konditionen überhaupt greifen können: oft der unterschätzteste Posten im Acquiring-Vertrag.

W

Wartungs- und Servicegebühr (Terminal)
Festes monatliches Entgelt je Kartenterminal für Support, Softwarepflege und Gerätetausch. Fällt unabhängig vom Umsatz an und bleibt auch bei einem gekauften Terminal bestehen.

Z

ZVT-Schnittstelle
Die ZVT-Schnittstelle ist das deutsche Standardprotokoll zwischen Kasse und Kartenterminal. Sie trennt Kasse und Zahlungsvertrag und ermöglicht einen eigenen Acquiring-Vertrag.