ZVT-Schnittstelle
Die ZVT-Schnittstelle ist das deutsche Standardprotokoll zwischen Kasse und Kartenterminal. Sie trennt Kasse und Zahlungsvertrag und ermöglicht einen eigenen Acquiring-Vertrag.
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Die ZVT-Schnittstelle ist das in Deutschland übliche Protokoll, über das eine Kasse mit einem Kartenterminal kommuniziert. Die Kasse übergibt den Betrag, das Terminal wickelt die Kartenzahlung ab und meldet das Ergebnis zurück. Weil der Standard herstellerunabhängig ist, lassen sich Kasse und Terminal verschiedener Anbieter kombinieren und damit auch Kasse und Zahlungsvertrag trennen.
Wie die Schnittstelle funktioniert
ZVT steht für Zahlungsverkehrsterminal. Die Spezifikation heißt ZVT-Kassenschnittstelle. Der Verband der Terminalhersteller in Deutschland pflegt sie und bietet sie kostenlos zum Download an, die aktuelle Revision 13.13 stammt vom Juni 2025. Kasse und Terminal sind heute meist über das Netzwerk verbunden, per LAN oder WLAN. Ältere Installationen nutzen noch eine serielle Schnittstelle.
Über ZVT stößt die Kasse die üblichen Vorgänge an: Zahlung, Storno und den Tagesabschluss am Terminal. Das Ergebnis landet automatisch im Kassenjournal, niemand tippt einen Betrag doppelt ein. Die Karte liest allein das Terminal, die Kasse erhält nur Ergebnis und Belegdaten. Wie Ihr Betrieb die Vorgaben aus PCI DSS nachweist, hängt deshalb vor allem vom Terminal und seiner Netzanbindung ab, weniger von der Kasse.
Warum ZVT für Ihre Kartenkosten zählt
Viele Kassensysteme bieten Kartenzahlung als Paket an. Der Kassenanbieter stellt das Terminal und rechnet die Kartenumsätze zu einem Pauschalsatz ab, öffentlich genannt werden 1,23 bis 1,39 %. Der Zahlungsvertrag hängt dann an der Kasse. Ein Wechsel des Zahlungsanbieters kann in diesem Fall einen Wechsel der Kasse nach sich ziehen.
Mit ZVT entfällt diese Kopplung. Sie schließen einen eigenen Acquiring-Vertrag ab, das Terminal kommt vom Acquirer oder von einem Netzbetreiber, und die Kasse spricht es über die Schnittstelle an. Wechseln Sie später den Anbieter, tauschen Sie das Terminal und behalten die Kasse. Bei vielen Kassen ist die Anbindung enthalten. Manche Anbieter verlangen dafür ein Zusatzmodul oder einen höheren Softwaretarif, und dieser Betrag gehört in jede Rechnung.
Größere Filialisten nutzen neben ZVT häufig OPI, eine international verbreitete Schnittstelle. Viele aktuelle Terminals beherrschen beide Protokolle. Für einen Betrieb mit ein bis drei Standorten in Deutschland ist ZVT der Normalfall.
Rechenbeispiel: Restaurant mit 600.000 € Kartenumsatz
Ein Restaurant mit einem Standort setzt 600.000 € im Jahr über Karten um, bei einem durchschnittlichen Bon von 40 €. Das sind 15.000 Kartenzahlungen. Im Kassenpaket mit einem Pauschalsatz von 1,29 % kostet das 7.740 € im Jahr.
Über ZVT mit eigenem Vertrag setzen wir für einen Gastronomie-Kartenmix 0,65 % plus 8 Cent je Zahlung an. Das ergibt 3.900 € prozentual und 1.200 € feste Entgelte, zusammen 5.100 € oder 0,85 % effektiv. Hinzu kommen zwei Mietterminals zu je 25 € im Monat, also 600 € im Jahr, und vorsichtig angesetzt 30 € monatlich für die ZVT-Anbindung, also 360 € im Jahr. Der eigene Weg kostet damit 6.060 €.
−1.680 €
Kosten pro Jahr gespart über ZVT und eigenen Vertrag
Restaurant, 600.000 € Kartenumsatz: 7.740 € im Kassenpaket gegenüber 6.060 € inklusive Terminals und Anbindung
Der Abstand wächst mit dem Umsatz, weil der Pauschalsatz auf jeden Euro wirkt und Terminal- und Anbindungskosten fix bleiben. Umgekehrt gilt: In diesem Beispiel liegt die Grenze bei rund 220.000 € Kartenumsatz, darunter gleicht der niedrigere Satz die 960 € Fixkosten nicht aus. Die ausführliche Rechnung für eine Restaurantgruppe mit zwei Standorten steht im Beitrag Kassensystem mit integrierter Kartenzahlung.
Was Sie vor dem Kassenkauf klären
- Unterstützt Ihre Kassenversion ZVT, und welche Terminalmodelle hat der Anbieter freigegeben?
- Kostet die Anbindung extra, und wird sie einmalig oder monatlich berechnet?
- Dürfen Sie das Terminal eines anderen Acquirers anschließen, oder bindet der Kassenvertrag Sie an den eigenen Zahlungsdienst?
Häufige Fragen
Kostet die ZVT-Schnittstelle Geld?
Was ist der Unterschied zwischen ZVT und OPI?
Kann ich mit ZVT den Acquirer wechseln, ohne die Kasse zu tauschen?
Auch genannt
ZVT · ZVT-Kassenschnittstelle · ZVT-Protokoll · Kassenschnittstelle · Zahlungsverkehrsterminal-Protokoll
Verwandte Begriffe
- AcquiringAcquiring ist die Abwicklung von Kartenzahlungen auf Händlerseite: Der Acquirer reicht Transaktionen bei den Kartennetzwerken ein und schreibt dem Händler den Umsatz gut.
- PSP (Payment Service Provider)Der Payment Service Provider (PSP) liefert die technische Anbindung Ihrer Kartenzahlung an den Acquirer: Terminal, Gateway, Kassenschnittstelle. Seine Entgelte fallen je Transaktion und Terminal an.
- Terminal-ID (TID)Die Terminal-ID (TID) ist die eindeutige Kennnummer eines Kartenterminals. Der Netzbetreiber vergibt sie je Gerät; alle gerätegebundenen Gebühren werden je TID abgerechnet.
- PCI DSSPCI DSS ist der Sicherheitsstandard der Kartennetzwerke für Karteninhaberdaten. Er wird über den Acquiring-Vertrag verbindlich und verlangt vom Mittelstand nur eine jährliche Selbstauskunft.