PSP (Payment Service Provider)
Der Payment Service Provider (PSP) liefert die technische Anbindung Ihrer Kartenzahlung an den Acquirer: Terminal, Gateway, Kassenschnittstelle. Seine Entgelte fallen je Transaktion und Terminal an.
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Ein Payment Service Provider (PSP) ist der technische Dienstleister, der Kartenzahlungen zwischen Ihrem Terminal und dem Acquirer transportiert. Er stellt Terminalanbindung, Zahlungs-Gateway, Kassenschnittstelle und Reporting bereit, hält aber keine Lizenz beim Kartennetzwerk und schreibt Ihnen kein Geld gut. Am stationären Point of Sale in Deutschland tritt diese Rolle meist unter dem Namen Netzbetreiber auf.
Wo die Grenze zum Acquirer verläuft
Der Acquirer ist Ihr Vertragspartner für die Kartenakzeptanz. Er ist beim Kartennetzwerk zugelassen, reicht die Umsätze zur Verrechnung ein und zahlt Ihnen den Betrag abzüglich Disagio aus. Der PSP sorgt dafür, dass die Transaktion überhaupt beim Acquirer ankommt: Terminal-Software, Autorisierungsanfrage, Verschlüsselung, Tagesabschluss.
Aufsichtsrechtlich ist die Trennung scharf. Ein Dienstleister, der die Zahlungsbeträge zu keinem Zeitpunkt in Besitz nimmt, gilt nach § 2 Absatz 1 Nummer 9 ZAG als technischer Dienstleister und braucht keine Erlaubnis der BaFin. Vereinnahmt ein Anbieter die Gelder selbst und leitet sie weiter, ist er erlaubnispflichtiger Zahlungsdienstleister.
Im Sprachgebrauch verwischt diese Grenze. Große Anbieter bündeln beide Rollen und nennen sich pauschal PSP, obwohl sie zugleich Acquirer sind. Für Ihre Konditionen zählt nicht das Etikett, sondern welcher Vertrag welchen Kostenblock auslöst.
| Acquirer | PSP / Netzbetreiber | |
|---|---|---|
| Aufgabe | Lizenz beim Kartennetzwerk, Einreichung, Gutschrift | Technische Anbindung: Terminal, Gateway, Kasse, Reporting |
| Abrechnungslogik | Prozentsatz vom Kartenumsatz | Fester Betrag je Transaktion und je Terminal |
| Vertrag | Akzeptanzvertrag | Netzbetriebsvertrag, oft mit eigener Laufzeit |
| Geldfluss | Nimmt die Umsätze in Besitz und zahlt aus | Berührt die Zahlungsbeträge nicht |
Welche Kosten der PSP verursacht
Die PSP-Spalte enthält den Kostenblock, den viele Betriebe nicht auf dem Schirm haben. Der PSP rechnet stückbezogen ab, nicht prozentual. Drei Positionen tauchen fast immer auf:
- ein Entgelt je autorisierter Transaktion, in der Abrechnung oft als Autorisierungsentgelt geführt
- eine monatliche Grundgebühr je Terminal-ID
- Zusatzposten für Kassenanbindung, Mobilfunkkarte oder Software-Wartung
Diese Beträge stehen häufig auf einer eigenen Rechnung, getrennt von der Acquiring-Gutschrift. Wer nur den Disagiosatz vergleicht, übersieht sie deshalb systematisch. Ihr Gewicht hängt am Bonwert: Ein festes Entgelt von 4 Cent entspricht bei einem Bon von 8 Euro einem Satz von 0,50 Prozent, bei einem Bon von 200 Euro nur noch 0,02 Prozent. Betriebe mit vielen kleinen Belegen zahlen den PSP also faktisch teurer als der Vertrag auf den ersten Blick vermuten lässt.
Rechenbeispiel: Fachhandel mit zwei Standorten
Ein Fachhändler mit zwei Standorten und vier Terminals setzt 2,4 Millionen Euro über Karte um, bei einem Durchschnittsbon von 40 Euro. Das sind 60.000 Transaktionen im Jahr.
Der Acquirer berechnet 0,55 Prozent Disagio, also 13.200 Euro. Der PSP berechnet 4 Cent je Transaktion und 9 Euro Grundgebühr je Terminal und Monat: 2.400 Euro plus 432 Euro, zusammen 2.832 Euro. Die tatsächlichen Kosten der Kartenakzeptanz liegen damit bei 16.032 Euro und der effektive Satz bei 0,67 Prozent statt bei den vertraglich vereinbarten 0,55 Prozent.
Der Hebel liegt beim Stückentgelt. Sinkt es auf 2 Cent, spart der Betrieb 1.200 Euro im Jahr, ohne dass am Disagio etwas geändert wird. Da Akzeptanz- und Netzbetriebsvertrag getrennte Laufzeiten haben können, lässt sich dieser Posten oft eigenständig nachverhandeln.
Häufige Fragen zum PSP
Ist der PSP dasselbe wie der Acquirer?
Kann ich Acquirer und PSP getrennt wechseln?
Wo finde ich die PSP-Entgelte auf meiner Abrechnung?
Auch genannt
Payment Service Provider · Netzbetreiber · POS-Netzbetreiber · Zahlungsabwickler · Payment-Dienstleister · Payment-Provider
Verwandte Begriffe
- AcquiringAcquiring ist die Abwicklung von Kartenzahlungen auf Händlerseite: Der Acquirer reicht Transaktionen bei den Kartennetzwerken ein und schreibt dem Händler den Umsatz gut.
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- AutorisierungsentgeltDas Autorisierungsentgelt ist eine feste Gebühr pro Kartentransaktion, unabhängig vom Umsatz. Es liegt meist bei 1 bis 3 Cent je Zahlung und deckt die Prüfung, ob die Karte gedeckt und gültig ist.
- Terminal-ID (TID)Die Terminal-ID (TID) ist die eindeutige Kennnummer eines Kartenterminals. Der Netzbetreiber vergibt sie je Gerät; alle gerätegebundenen Gebühren werden je TID abgerechnet.