Clearing & Settlement
Clearing und Settlement bezeichnen die Verrechnung und Auszahlung von Kartenzahlungen. Das Geld landet meist ein bis drei Bankarbeitstage nach der Zahlung auf Ihrem Konto.
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Clearing und Settlement sind die beiden Schritte, mit denen eine Kartenzahlung nach der Freigabe tatsächlich zu Geld auf Ihrem Konto wird. Beim Clearing gleichen die beteiligten Banken und Kartennetzwerke die Transaktion ab. Beim Settlement wird der Betrag verrechnet und an Sie ausgezahlt. Für Sie als Händler zählt vor allem der zeitliche Abstand: Zwischen Zahlung und Gutschrift liegen meist ein bis drei Bankarbeitstage.
Clearing: der Abgleich zwischen den Banken
Nach jeder autorisierten Zahlung meldet Ihr Zahlungsdienstleister die Transaktion an das Kartennetzwerk. Im Clearing werden alle Transaktionen eines Tages gesammelt und zwischen der Bank Ihres Kunden und Ihrem Acquirer abgeglichen. Dabei wird auch festgelegt, welche Gebühren wie Interchange und Scheme Fees anfallen. Das Clearing ist ein reiner Verrechnungsschritt, es fließt noch kein Geld an Sie.
Settlement: die Auszahlung auf Ihr Konto
Im Settlement wird der abgeglichene Betrag tatsächlich überwiesen. Ihr Acquirer bündelt die Transaktionen, zieht seine Gebühren ab und schreibt Ihnen den Nettobetrag gut. Wie schnell das geschieht, hängt vom Vertrag ab. Üblich sind ein bis drei Bankarbeitstage. Manche Anbieter zahlen täglich aus, andere wöchentlich oder erst zum Monatsende.
Warum der Auszahlungsrhythmus zählt
Für Ihre Liquidität macht der Rhythmus einen Unterschied. Eine tägliche Auszahlung hält Ihr Geld in Bewegung, eine wöchentliche bindet es länger. Ein Rechenbeispiel: Bei 3 Mio € Kartenumsatz im Jahr entspricht ein Tagesumsatz gut 8.000 €; wer wöchentlich statt täglich abgerechnet wird, hat im Schnitt mehrere Tagesumsätze dauerhaft als Außenstand gebunden. Bei hohem Kartenumsatz lohnt der Blick in den Vertrag: Lange Auszahlungsfristen sind ein stiller Nachteil, der im Disagio-Satz nicht auftaucht. Prüfen Sie den Auszahlungsrhythmus daher zusammen mit den Gebühren.Bei hohem Kartenumsatz lohnt der Blick in den Vertrag: Lange Auszahlungsfristen sind ein stiller Nachteil, der im Disagio-Satz nicht auftaucht. Prüfen Sie den Auszahlungsrhythmus daher zusammen mit den Gebühren.
Sicherheitseinbehalte und Reserven
Bei neuen oder umsatzstarken Händlern behält mancher Acquirer einen Teil der Auszahlung vorübergehend ein. Diese Reserve, oft Rolling Reserve genannt, dient als Puffer für mögliche Rückbelastungen. Sie erhalten das Geld später, zunächst fehlt es aber in Ihrer Liquidität. Klären Sie vor Vertragsschluss, ob eine Reserve einbehalten wird, in welcher Höhe und wann sie ausgezahlt wird. Auch ein Chargeback wird im Settlement verrechnet und mindert die Gutschrift des betroffenen Zeitraums.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Settlement bei Kartenzahlungen?
Was ist der Unterschied zwischen Clearing und Settlement?
Werden die Gebühren beim Settlement abgezogen?
Auch genannt
Settlement · Clearing · Verrechnung · Auszahlung
Verwandte Begriffe
- AcquiringAcquiring ist die Abwicklung von Kartenzahlungen auf Händlerseite: Der Acquirer reicht Transaktionen bei den Kartennetzwerken ein und schreibt dem Händler den Umsatz gut.
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- InterchangeDas Interchange-Entgelt fließt vom Acquirer an die kartenausgebende Bank des Kunden. In der EU ist es gesetzlich gedeckelt: 0,2 % bei Verbraucher-Debit-, 0,3 % bei Verbraucher-Kreditkarten.