Kassenschnitt (Tagesabschluss)
Der Kassenschnitt schließt am Kartenterminal die gesammelten Zahlungen ab, meist einmal täglich, und reicht sie zur Abrechnung ein. Erst danach folgt die Gutschrift.
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Der Kassenschnitt, auch Tagesabschluss genannt, schließt am Kartenterminal die gesammelten Zahlungen eines Zeitraums ab und übermittelt sie zur Abrechnung. Erst mit dem Kassenschnitt werden die Umsätze eingereicht und Ihrem Konto gutgeschrieben. Das Terminal druckt dazu einen Beleg mit den Summen je Kartenart.
Was beim Kassenschnitt passiert
Jedes Terminal führt ein eigenes Journal, zugeordnet über seine Terminal-ID. Darin stehen alle Zahlungen seit dem letzten Abschluss. Der Kassenschnitt sendet diesen Stapel an den Netzbetreiber, der daraus die Einreichung beim Zahlungsdienstleister erstellt. Danach beginnt das Clearing und Settlement, an dessen Ende die Gutschrift steht.
Ausgelöst wird der Kassenschnitt auf drei Wegen:
- automatisch zu einer fest eingestellten Uhrzeit, etwa nach Ladenschluss
- von der Kasse über die ZVT-Schnittstelle, zusammen mit dem Kassenabschluss
- von Hand über das Menü des Terminals
Besonders wichtig ist der Abschluss für girocard-Zahlungen und Lastschriftzahlungen am Terminal (ELV). Diese Umsätze werden bei vielen Geräten erst mit dem Kassenschnitt an das Rechenzentrum übertragen. Solange er aussteht, liegen sie nur im Gerät.
Warum die Frist zählt
Die Bedingungen der Deutschen Kreditwirtschaft für das girocard-System knüpfen die Zahlungsgarantie der kartenausgebenden Bank an eine Frist. Der Umsatz muss innerhalb von acht Tagen beim Zahlungsdienstleister des Händlers eingereicht werden. Fällt der automatische Kassenschnitt wegen einer Störung oder einer getrennten Verbindung aus, merkt das oft niemand. Die Zahlungen sind dann autorisiert, aber noch nicht eingereicht.
Am einfachsten prüfen Sie das über den Abgleich von Kassenschnittbeleg und Gutschrift. Jeder Öffnungstag sollte je Terminal einen Abschluss zeigen, und die Summe sollte ein bis drei Bankarbeitstage später auf dem Konto oder in der Abrechnung erscheinen. Fehlt ein Tag, holen Sie den Kassenschnitt am Gerät nach und melden die Lücke Ihrem Netzbetreiber.
Was der Kassenschnitt kostet
Manche Preisverzeichnisse führen den Kassenschnitt als eigenen Vorgang und berechnen dafür dasselbe Entgelt wie für eine Kartenzahlung. Der Posten steht auf keinem Bon und fällt je Terminal an, auch an Geräten, die kaum genutzt werden. Sie finden ihn im Preisblatt Ihres Netzbetreibers unter Begriffen wie Transaktion, Verwaltungsvorgang oder Nutzung.
Rechenbeispiel: Getränkefachhandel mit zwei Standorten
Ein Getränkefachhändler setzt 1,2 Mio. € im Jahr per Karte um, verteilt auf 300 Öffnungstage. Das sind 4.000 € Kartenumsatz pro Tag. Standort A hat drei Terminals und 2.400 € Tagesumsatz, Standort B zwei Terminals und 1.600 €.
Fünf Terminals mit täglichem automatischem Kassenschnitt ergeben 1.500 Abschlüsse im Jahr. Bei angenommenen 0,08 € je Vorgang sind das 120 € im Jahr. Ein Reservegerät, das eingeschaltet bleibt und kaum Zahlungen annimmt, kostet allein dafür 24 € jährlich.
Schwerer wiegt der Ausfall. Bleibt der Kassenschnitt an Standort B wegen einer Verbindungsstörung vier Öffnungstage aus, liegen 6.400 € nur in den Geräten. Das Geld fehlt so lange in der Liquidität. Wird die Lücke erst nach mehr als acht Tagen bemerkt, ist für die girocard-Umsätze darunter die Zahlungsgarantie nicht mehr gesichert.
Häufige Fragen zum Kassenschnitt
Muss ich den Kassenschnitt jeden Tag machen?
Was passiert, wenn ich den Kassenschnitt vergessen habe?
Ist der Kassenschnitt am Terminal dasselbe wie der Kassenabschluss der Kasse?
Auch genannt
Tagesabschluss · Kassenschnitt am Terminal · Terminalabschluss · End-of-Day · Kartenterminal-Tagesabschluss
Verwandte Begriffe
- Clearing & SettlementClearing und Settlement bezeichnen die Verrechnung und Auszahlung von Kartenzahlungen. Das Geld landet meist ein bis drei Bankarbeitstage nach der Zahlung auf Ihrem Konto.
- Terminal-ID (TID)Die Terminal-ID (TID) ist die eindeutige Kennnummer eines Kartenterminals. Der Netzbetreiber vergibt sie je Gerät; alle gerätegebundenen Gebühren werden je TID abgerechnet.
- ZVT-SchnittstelleDie ZVT-Schnittstelle ist das deutsche Standardprotokoll zwischen Kasse und Kartenterminal. Sie trennt Kasse und Zahlungsvertrag und ermöglicht einen eigenen Acquiring-Vertrag.
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
- PSP (Payment Service Provider)Der Payment Service Provider (PSP) liefert die technische Anbindung Ihrer Kartenzahlung an den Acquirer: Terminal, Gateway, Kassenschnittstelle. Seine Entgelte fallen je Transaktion und Terminal an.