girocard
Die girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
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Die girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft, im Handel bis heute oft EC-Karte genannt. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: Das Händlerentgelt liegt je nach Vertrag zwischen 0,24 % und 0,36 % des Umsatzes, in der Regel um 0,30 %. 2025 wurden über das System rund 8,3 Milliarden Zahlungen mit etwa 308 Milliarden Euro Umsatz abgewickelt.
Die Marke girocard führte die Deutsche Kreditwirtschaft 2007 ein und löste damit die Bezeichnung electronic cash ab. Betrieben wird das System von der EURO Kartensysteme GmbH. Die Karte setzt ein Girokonto voraus. Der Betrag wird zeitnah vom Konto abgebucht, einen Kreditrahmen gibt es nicht.
Woraus sich das girocard-Entgelt zusammensetzt
Seit November 2014 gibt es bei der girocard kein einheitlich festgelegtes Händlerentgelt mehr. Bis dahin galt ein von den Bankenverbänden gemeinsam bestimmter Satz von 0,3 % des Umsatzes, mindestens 0,08 €. Das Bundeskartellamt wertete diese Absprache als Wettbewerbsbeschränkung. Seither verhandeln Acquirer und kartenausgebende Banken bilateral, nach oben begrenzt durch den EU-Deckel auf das Interchange-Entgelt von 0,2 % bei Verbraucher-Debitkarten.
Auf Ihrer Abrechnung landen daraus drei Bausteine: das Interbankenentgelt, ein festes Autorisierungsentgelt je Zahlung von meist ein bis drei Cent und die Marge Ihres Acquirers. Zum 1. Januar 2026 kam die girocard Scheme-Manager-Fee hinzu, ein bundesweit einheitliches Entgelt von 0,00209 % des girocard-Umsatzes zuzüglich Umsatzsteuer. Der Betrag ist klein, erscheint aber als eigene Zeile auf der Abrechnung.
Warum der Bonwert den effektiven Satz bestimmt
Der vereinbarte Prozentsatz sagt bei der girocard wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Ausschlaggebend ist das feste Entgelt je Transaktion, denn es wiegt bei kleinen Beträgen prozentual schwer. Der durchschnittliche girocard-Bon lag 2025 bei rund 37 €. Wer deutlich darunter liegt, zahlt effektiv ein Vielfaches des ausgewiesenen Satzes.
Vergleichen Sie zwei Betriebe mit je 900.000 € girocard-Umsatz, beide mit 0,29 % und 3 Cent je Zahlung im Vertrag. Der Bäckereifilialist mit drei Standorten und 12 € Durchschnittsbon wickelt 75.000 Zahlungen ab. Er zahlt 2.610 € prozentual und 2.250 € an festen Entgelten, zusammen 4.860 €. Der Möbelhändler mit 180 € Durchschnittsbon kommt auf 5.000 Zahlungen und damit auf 2.610 € plus 150 €, zusammen 2.760 €. Bei gleichem Umsatz und gleichem Vertrag sind das 2.100 € Unterschied im Jahr.
0,54 %
Effektiver girocard-Satz bei 12 € Durchschnittsbon
Vertraglich vereinbart sind 0,29 %
Für Betriebe mit kleinen Bons ist deshalb das feste Entgelt der wichtigere Verhandlungspunkt. Ein Cent weniger je Zahlung bringt der Bäckerei 750 € im Jahr, dem Möbelhändler nur 50 €. Prüfen Sie also zuerst, wie viele Transaktionen hinter Ihrem girocard-Umsatz stehen, bevor Sie über den Prozentsatz sprechen.
girocard im Kartenmix
Die girocard bleibt die meistgenutzte Karte an deutschen Kassen, verliert aber Anteile. Die EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ weist ihr 40,5 % des Einzelhandelsumsatzes zu, rund einen Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Internationale Debitkarten von Visa und Mastercard legten im selben Zeitraum um 2,5 Prozentpunkte auf 9,4 % zu. Jede abwandernde Zahlung verlässt die günstigste Kartenart, und in vielen Verträgen landet sie in einer deutlich teureren Preisstufe. Wie stark Sie das trifft, hängt von Ihrem Kartenmix und vom Aufbau Ihres Vertrags ab.
Häufige Fragen zur girocard
Was kostet eine girocard-Zahlung den Händler?
Ist die girocard dasselbe wie die EC-Karte?
Was ist die girocard Scheme-Manager-Fee?
Auch genannt
EC-Karte · Girokarte · electronic cash · Debitkarte der deutschen Kreditwirtschaft · girocard-Zahlung
Verwandte Begriffe
- KartenmixDer Kartenmix ist die Verteilung der Umsätze über Kartenarten (Debit, Kredit, Firmen-, Auslandskarten). Er bestimmt die effektiven Gebühren stärker als jeder Verhandlungstrick.
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- InterchangeDas Interchange-Entgelt fließt vom Acquirer an die kartenausgebende Bank des Kunden. In der EU ist es gesetzlich gedeckelt: 0,2 % bei Verbraucher-Debit-, 0,3 % bei Verbraucher-Kreditkarten.
- AutorisierungsentgeltDas Autorisierungsentgelt ist eine feste Gebühr pro Kartentransaktion, unabhängig vom Umsatz. Es liegt meist bei 1 bis 3 Cent je Zahlung und deckt die Prüfung, ob die Karte gedeckt und gültig ist.
- Issuer (Kartenherausgeber)Der Issuer ist das Institut, das die Karte des Kunden herausgibt. Er erhält für jede Zahlung das Interchange-Entgelt und bestimmt damit den größten Einzelposten Ihrer Kartenkosten.