SEPA-Lastschrift
Einzugsverfahren über das Bankkonto: Der Zahlungsempfänger bucht per Mandat direkt beim Zahler ab. Statt eines prozentualen Disagios fallen feste Entgelte je Buchung an, dazu Kosten für Rückläufer.
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Die SEPA-Lastschrift ist ein Einzugsverfahren, bei dem der Zahlungsempfänger einen Betrag auf Grundlage eines erteilten Mandats direkt vom Konto des Zahlers abbucht. Der Zahlungsweg führt über das Bankkonto und umgeht die Kartennetzwerke vollständig. Es fällt deshalb kein prozentuales Disagio an; die Kosten bestehen aus festen Entgelten je Buchung und aus den Rückläufern.
Wer einziehen will, braucht eine Gläubiger-Identifikationsnummer der Bundesbank und je Zahler ein Mandat mit eigener Mandatsreferenz. Über den Einzug informieren Sie den Zahler vorab, standardmäßig 14 Kalendertage vor Fälligkeit; eine kürzere Frist lässt sich vereinbaren. Im Zahlungsmix eines Handels- oder Hotelbetriebs deckt die Lastschrift die Rechnungs- und Abo-Umsätze ab, während das Präsenzgeschäft am Terminal über Karten läuft.
Basislastschrift und Firmenlastschrift
Die Basislastschrift (SEPA Core) steht Verbrauchern und Firmenkunden offen. Der Zahler kann einer autorisierten Abbuchung acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen widersprechen; fehlt ein gültiges Mandat, verlängert sich die Frist auf 13 Monate. Das Mandat verwahrt der Zahlungsempfänger selbst, eine Registrierung bei der Bank des Zahlers ist nicht nötig.
Die Firmenlastschrift (SEPA B2B) ist Geschäftskunden vorbehalten. Bei ihr entfällt das Erstattungsrecht für autorisierte Einzüge, dafür muss der Zahler sein Mandat vor dem ersten Einzug bei seiner Bank hinterlegen. Für wiederkehrende Beträge im B2B-Geschäft ist das die planbarere Variante. Sie setzt allerdings die Mitwirkung des Kunden voraus.
Was der Einzug den Betrieb kostet
Die Hausbank verbucht jeden Einzug als Buchungsposten. Was er kostet, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis und liegt meist im Cent-Bereich, unabhängig von der Höhe des Betrags. Teuer wird der Rückläufer: Deckt das Konto nicht oder widerspricht der Zahler, kostet die Rückgabe je Fall ein Entgelt, das schnell zweistellig ausfällt, dazu kommt der Aufwand für die Nachverfolgung.
Damit dreht sich die Kostenlogik gegenüber der Karte um. Beim Disagio steigt der Betrag proportional mit dem Umsatz, bei der Lastschrift hängt er an der Stückzahl. Je höher der einzelne Rechnungsbetrag, desto deutlicher der Abstand.
| Kartenzahlung | SEPA-Lastschrift | |
|---|---|---|
| Kostenbasis | Prozentsatz vom Umsatz plus festes Entgelt je Transaktion | Festes Entgelt je Buchungsposten, unabhängig vom Betrag |
| Zahlungsgarantie | Bei girocard mit PIN gegeben | Keine; der Betrag kann zurückgegeben werden |
| Rückgabe durch den Zahler | Nur im Chargeback-Verfahren des Kartennetzwerks | Ohne Begründung innerhalb der gesetzlichen Frist |
| Verhandelbar | Ja, über die Marge des Acquirers | Kaum; die Entgelte sind Konditionen des Geschäftskontos |
| Typischer Einsatz | Präsenzgeschäft am Terminal | Rechnungs- und Abo-Beträge |
600.000 € Rechnungsumsatz, Karte gegen Lastschrift
Ein Fachgroßhandel mit zwei Standorten stellt 600.000 € im Jahr auf Rechnung, verteilt auf 1.200 Einzüge zu durchschnittlich 500 €. Bei 0,20 € je Buchungsposten kostet der Einzug 240 € im Jahr. Kalkulieren Sie 1 % Rückläufer, kommen 12 Fälle zu je 10 € hinzu, also 120 €. Zusammen 360 €, das entspricht 0,06 % des eingezogenen Umsatzes.
Liefe derselbe Umsatz über Firmenkreditkarten zu 1,8 %, wären es 10.800 € im Jahr. Die Differenz von 10.440 € erklärt, warum größere B2B-Beträge in der Praxis über das Konto laufen und nicht über die Karte. Am Präsenzgeschäft ändert das nichts: Dort bleibt die verhandelte Acquirer-Marge der einzige Hebel.
Grenzen im Alltag
Die Lastschrift gibt keine Zahlungsgarantie. Bis zum Ablauf der Widerspruchsfrist tragen Sie das Ausfallrisiko selbst, während die girocard-Zahlung mit PIN dem Händler den Betrag garantiert. Ein Rückläufer unterscheidet sich zudem vom Chargeback: Er wird im Clearing & Settlement zwischen den Banken abgewickelt, ohne das Beweislastverfahren eines Kartennetzwerks. Am Kassenterminal spielt das Verfahren kaum eine Rolle, weil Mandat und Vorabinformation im Laufkundengeschäft nicht praktikabel sind.
Häufige Fragen zur SEPA-Lastschrift
Kostet eine SEPA-Lastschrift Disagio?
Wie lange kann ein Kunde eine Lastschrift zurückgeben?
Ersetzt die Lastschrift die Kartenzahlung im Betrieb?
Auch genannt
SEPA Direct Debit · SDD · Basislastschrift · Firmenlastschrift · Lastschriftverfahren · Bankeinzug
Verwandte Begriffe
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- Clearing & SettlementClearing und Settlement bezeichnen die Verrechnung und Auszahlung von Kartenzahlungen. Das Geld landet meist ein bis drei Bankarbeitstage nach der Zahlung auf Ihrem Konto.
- ChargebackEin Chargeback ist die Rückbelastung einer Kartenzahlung auf Veranlassung des Karteninhabers, etwa bei Betrug, Reklamation oder Nichtlieferung. Pro Fall fällt zusätzlich ein Bearbeitungsentgelt an.
- KonditionsanalyseDie Konditionsanalyse prüft bestehende Kartenabrechnungen Posten für Posten, bewertet das effektive Disagio gegen den Kartenmix und beziffert das konkrete Einsparpotenzial in Euro.
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