SoftPOS (Tap to Pay)
SoftPOS macht ein Smartphone oder Tablet mit NFC per zertifizierter App zum Kartenterminal. Auf dem iPhone heißt die Funktion Tap to Pay, abgerechnet wird über den Acquirer.
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SoftPOS (Software Point of Sale) macht ein handelsübliches Smartphone oder Tablet mit NFC-Chip zum Kartenterminal. Eine zertifizierte App liest kontaktlose Karten und Wallets, ein separates Lesegerät entfällt. Auf dem iPhone heißt die Funktion Tap to Pay on iPhone. Abgerechnet wird wie am klassischen Terminal über den Vertrag mit Ihrem Acquirer.
Wie SoftPOS technisch funktioniert
Die App nutzt die NFC-Schnittstelle des Geräts. Der Kunde hält Karte, Smartphone oder Uhr an das Händlergerät. Die App verschlüsselt die Kartendaten und leitet sie an den Zahlungsdienstleister weiter. Autorisierung, Abrechnung und Auszahlung laufen danach auf demselben Weg wie bei jeder anderen Kartenzahlung.
Handelsübliche Geräte sind nicht als Zahlungshardware gebaut. Deshalb hat der PCI Security Standards Council eigene Sicherheitsstandards für sie geschaffen: CPoC (Contactless Payments on COTS) und MPoC (Mobile Payments on COTS). COTS steht für handelsübliche Geräte. Geprüft wird die Lösung des App-Anbieters, der Council führt die validierten Lösungen in öffentlichen Listen. Für Ihren eigenen Nachweis nach PCI DSS lohnt es sich, den Eintrag Ihrer App dort zu kennen.
Oberhalb des Kontaktlos-Limits, in Deutschland in der Regel 50 €, verlangt die Zahlung eine PIN. Gängige Apps fragen sie direkt auf dem Bildschirm des Händlergeräts ab. Dieses Verfahren heißt PIN-on-Glass.
Was Sie vor dem Einsatz prüfen
Apple nennt für Deutschland unter anderem Adyen, Commerz Globalpay, Nexi, PAYONE, SumUp, Stripe und die Sparkassen-Finanzgruppe als Anbieter von Tap to Pay on iPhone. Für Android-Geräte gibt es vergleichbare Apps. Drei Punkte entscheiden, ob eine Lösung zu Ihrem Betrieb passt.
- Kartenarten: Nicht jede App nennt die girocard. SumUp und PAYONE etwa zählen für ihre Smartphone-Lösungen Visa, Mastercard, Maestro und Wallets auf, die girocard fehlt in beiden Aufzählungen. Bei einem hohen girocard-Anteil im Kartenmix fragen Sie deshalb ausdrücklich nach.
- Preismodell: Viele Apps rechnen mit festen Listensätzen ab. SumUp nennt ohne Abo 1,39 % je Zahlung, PAYONE für Tap on Mobile 0,89 % bei Debitkarten und 1,90 % bei Kreditkarten (Stand September 2026). Rechnen Sie diese Sätze auf Ihren mobilen Umsatz hoch.
- Vertrag: Klären Sie, ob die App über Ihren bestehenden Acquiring-Vertrag laufen kann oder einen zweiten Vertrag mit eigener Laufzeit und eigenen Gebühren braucht.
Rechenbeispiel: Hotel mit Terrasse und Veranstaltungen
Ein Hotel mit zwei Standorten setzt 2,5 Mio. € im Jahr über Karten um. 120.000 € davon fallen mobil an, auf der Terrasse und bei Veranstaltungen. Für den Hauptvertrag nehmen wir einen verhandelten effektiven Satz von 0,8 % an. Für den mobilen Umsatz gibt es drei Wege:
- Drei zusätzliche Mietterminals zu je 20 € im Monat: 720 € Miete plus 960 € Disagio, zusammen 1.680 € im Jahr.
- SoftPOS-App mit 1,39 % Pauschalsatz: 1.668 € im Jahr, ohne Hardware. Gegenüber den Mietterminals sparen Sie nur 12 €.
- SoftPOS über den Hauptvertrag zu 0,8 %: 960 € im Jahr. Das sind 708 € weniger als mit dem Pauschalsatz und 720 € weniger als mit den Mietterminals.
−708 €
Kosten pro Jahr gespart mit SoftPOS über den Hauptvertrag statt Pauschalsatz
Hotel, 120.000 € mobiler Kartenumsatz: 1.668 € bei 1,39 % gegenüber 960 € bei 0,8 %
Der Wegfall der Hardware allein macht SoftPOS also kaum günstiger. Der Vorteil entsteht erst, wenn die mobilen Zahlungen zum Satz des Hauptvertrags laufen. Legte das Hotel seinen gesamten Kartenumsatz auf den Pauschalsatz, stiegen die Kosten von 20.000 € auf 34.750 €, ein Plus von 14.750 € im Jahr.
Die ausführliche Rechnung für einen Filialbetrieb mit drei Standorten steht im Beitrag SoftPOS und Tap to Pay: Was das Smartphone als Terminal kostet.
Häufige Fragen
Brauche ich für SoftPOS ein zusätzliches Kartenterminal?
Ist Tap to Pay on iPhone dasselbe wie SoftPOS?
Kann ich mit SoftPOS Beträge über 50 € annehmen?
Auch genannt
Tap to Pay · Tap to Pay on iPhone · Software Point of Sale · Smartphone als Kartenterminal · Smartphone-Terminal
Verwandte Begriffe
- NFC (kontaktlose Kartenzahlung)NFC überträgt Kartendaten per Funk statt über den Chipleser. Für Händler ist das entgeltneutral, treibt aber über mehr Kleinbetragszahlungen die festen Entgelte je Transaktion nach oben.
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
- PCI DSSPCI DSS ist der Sicherheitsstandard der Kartennetzwerke für Karteninhaberdaten. Er wird über den Acquiring-Vertrag verbindlich und verlangt vom Mittelstand nur eine jährliche Selbstauskunft.
- Blended-PricingBeim Blended-Pricing zahlt der Händler für jede Karte denselben Mischsatz: einfach abzulesen, aber intransparent, weil Interchange, Scheme-Fee und Marge nicht getrennt ausgewiesen werden.
- AcquiringAcquiring ist die Abwicklung von Kartenzahlungen auf Händlerseite: Der Acquirer reicht Transaktionen bei den Kartennetzwerken ein und schreibt dem Händler den Umsatz gut.