Durchschnittsbon
Der Durchschnittsbon ist der mittlere Betrag einer Kartenzahlung: Kartenumsatz geteilt durch die Zahl der Zahlungen. Er bestimmt, wie stark feste Entgelte den effektiven Satz erhöhen.
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Der Durchschnittsbon ist der durchschnittliche Betrag einer Kartenzahlung in Ihrem Betrieb: der Kartenumsatz eines Zeitraums geteilt durch die Zahl der Kartenzahlungen. Er entscheidet, wie stark feste Entgelte je Zahlung Ihre Kartenkosten treiben. Je kleiner der Bon, desto höher fällt der effektive Satz bei gleichem Vertrag aus.
So berechnen Sie Ihren Durchschnittsbon
Sie brauchen zwei Zahlen aus derselben Monatsabrechnung: den Kartenumsatz und die Anzahl der Kartenzahlungen. 96.000 € Kartenumsatz bei 4.800 Zahlungen ergeben einen Durchschnittsbon von 20 €. Rechnen Sie mit einem typischen Monat oder besser mit dem Schnitt aus drei Monaten. Saisonbetriebe betrachten Hoch- und Nebensaison getrennt.
Aufschlussreich ist zusätzlich der Bon je Kartenart. Zahlen Ihre Kunden größere Einkäufe eher mit Kreditkarte, liegt der Bon dort höher als bei der girocard. Diese Verteilung gehört zu Ihrem Kartenmix und verschiebt, welcher Teil Ihrer Kosten prozentual und welcher fest anfällt.
Warum der Bon den effektiven Satz bestimmt
Viele Verträge kombinieren zwei Arten von Entgelten. Das prozentuale Disagio wächst mit dem Umsatz. Ein festes Entgelt je Zahlung, etwa das Autorisierungsentgelt oder ein Transaktionspreis, fällt bei jedem Vorgang in gleicher Höhe an, ob der Kunde 5 € oder 500 € zahlt.
Der effektive Satz folgt daher einer einfachen Formel: prozentualer Satz plus festes Entgelt geteilt durch den Durchschnittsbon. 8 Cent Fixentgelt entsprechen bei einem Bon von 8 € einem vollen Prozentpunkt, bei einem Bon von 120 € nur rund 0,07 Prozentpunkten. Derselbe Vertrag führt deshalb je nach Betrieb zu sehr unterschiedlichen Kosten.
Rechenbeispiel: gleicher Umsatz, anderer Bon
Zwei Betriebe setzen je 1,2 Mio. € im Jahr per Karte um und haben denselben Vertrag: 0,40 % Disagio plus 0,08 € je Zahlung. Eine Bäckerei mit drei Filialen kommt auf einen Durchschnittsbon von 8 €, ein Fahrradfachhändler auf 120 €.
| Bäckerei (Bon 8 €) | Fahrradhandel (Bon 120 €) | |
|---|---|---|
| Kartenzahlungen pro Jahr | 150.000 | 10.000 |
| Disagio 0,40 % | 4.800 € | 4.800 € |
| Fixentgelt 0,08 € je Zahlung | 12.000 € | 800 € |
| Kartenkosten pro Jahr | 16.800 € | 5.600 € |
| Effektiver Satz | 1,40 % | 0,47 % |
Die Bäckerei zahlt dreimal so viel wie der Fahrradhändler, obwohl beide denselben Umsatz und denselben Vertrag haben. 12.000 € ihrer Kosten hängen allein an der Zahl der Zahlungen.
Daraus folgt, wo verhandelt werden sollte. Sinkt das Fixentgelt von 8 auf 4 Cent, spart die Bäckerei 6.000 € im Jahr, der Fahrradhändler 400 €. Sinkt stattdessen das Disagio um 0,05 Prozentpunkte, sparen beide gleich viel: 600 €. Für die Bäckerei ist das Fixentgelt der größere Hebel, für den Fahrradhändler der Prozentsatz.
Was der Bon für die Wahl des Preismodells bedeutet
Ein Blended-Tarif mit einem einzigen Prozentsatz und ohne Fixentgelt wirkt bei kleinem Bon günstig, weil die festen Kosten des Anbieters im Satz aufgehen. Bei großem Bon kehrt sich das um. Der pauschale Satz enthält Kostenanteile, die eigentlich je Zahlung anfallen, und wird trotzdem auf jeden Euro des Bons erhoben.
Legen Sie deshalb Ihren Durchschnittsbon neben jedes Angebot und rechnen Sie den effektiven Satz selbst aus. Ein Anbieter, der mit einem niedrigen Prozentsatz wirbt, kann über das Fixentgelt teurer sein als einer mit höherem Satz. In einer Konditionsanalyse gehört der Durchschnittsbon zu den ersten Zahlen, die wir erheben.
Häufige Fragen zum Durchschnittsbon
Wie berechne ich meinen Durchschnittsbon?
Ab welchem Durchschnittsbon wird ein Fixentgelt teuer?
Sollte ich den Durchschnittsbon je Standort berechnen?
Auch genannt
Durchschnittlicher Bonwert · Bonwert · Ticket Size · Average Ticket · Durchschnittlicher Transaktionsbetrag · Average Transaction Value
Verwandte Begriffe
- AutorisierungsentgeltDas Autorisierungsentgelt ist eine feste Gebühr pro Kartentransaktion, unabhängig vom Umsatz. Es liegt meist bei 1 bis 3 Cent je Zahlung und deckt die Prüfung, ob die Karte gedeckt und gültig ist.
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- Blended-PricingBeim Blended-Pricing zahlt der Händler für jede Karte denselben Mischsatz: einfach abzulesen, aber intransparent, weil Interchange, Scheme-Fee und Marge nicht getrennt ausgewiesen werden.
- KartenmixDer Kartenmix ist die Verteilung der Umsätze über Kartenarten (Debit, Kredit, Firmen-, Auslandskarten). Er bestimmt die effektiven Gebühren stärker als jeder Verhandlungstrick.
- KonditionsanalyseDie Konditionsanalyse prüft bestehende Kartenabrechnungen Posten für Posten, bewertet das effektive Disagio gegen den Kartenmix und beziffert das konkrete Einsparpotenzial in Euro.
- IC++ (Interchange++)IC++ ist ein transparentes Preismodell, das jede Transaktion in drei offen ausgewiesene Bausteine zerlegt: Interchange + Scheme-Fee + Acquirer-Marge.