Vorautorisierung (Pre-Authorization)
Eine Vorautorisierung reserviert einen Betrag auf der Karte, ohne ihn abzubuchen. Abgerechnet wird erst beim Buchungsabschluss, höchstens bis zur Höhe der Reservierung.
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Eine Vorautorisierung reserviert einen Betrag auf der Karte des Kunden, ohne ihn abzubuchen. Abgerechnet wird erst mit dem Buchungsabschluss, wenn der endgültige Betrag feststeht. Er darf in der Regel niedriger, aber nicht höher sein als die Reservierung. Hotels, Autovermietungen, Tankstellen und Automaten nutzen das Verfahren, weil der Preis beim Bezahlstart noch offen ist.
Im Englischen heißt der Vorgang Pre-Authorization, auf Abrechnungen erscheint er oft als PREAUTH. Für den Kunden sieht er aus wie eine Belastung: Der reservierte Betrag mindert den verfügbaren Kreditrahmen, bis der Händler abschließt oder storniert.
So läuft eine Vorautorisierung ab
- Reservierung: Das Terminal schickt eine Autorisierungsanfrage über den Acquirer an den Issuer. Der Kartenherausgeber prüft Deckung und Karte und blockiert den Betrag.
- Anpassung: Verlängert der Gast seinen Aufenthalt, kann der Händler die Reservierung nachträglich erhöhen. Jede Erhöhung ist eine weitere Anfrage.
- Abschluss oder Storno: Der Händler bucht den tatsächlichen Betrag ab. Der Rest wird frei. Kommt kein Geschäft zustande, storniert er die Reservierung vollständig.
Für den Abschluss gelten Fristen der Kartennetzwerke. Mastercard unterscheidet zwischen einer Pre-Authorization, die bis zu 30 Kalendertage offen bleiben darf, und einer Final Authorization mit 7 Tagen. Visa erlaubt Hotels, Autovermietungen und Kreuzfahrten Reservierungen bis 31 Tage. Bleibt eine Reservierung länger offen oder weicht der abgerechnete Betrag ab, berechnen die Netzwerke Zusatzentgelte, die der Acquirer an Sie weitergeben kann.
Die girocard bietet bislang keine flexible Vorautorisierung, wie Hotels und Autovermietungen sie brauchen. Euro Kartensysteme bereitet sie laut Branchenberichten für 2027 vor, ein offizieller Termin fehlt (Stand Oktober 2026). Bis dahin verlangen viele Häuser für die Reservierung eine Kredit- oder internationale Debitkarte.
Warum die Vorautorisierung auf der Abrechnung auftaucht
Jede Anfrage an den Issuer kann ein Autorisierungsentgelt auslösen, dazu können Scheme-Entgelte je Anfrage kommen. Ob Reservierung und Abschluss als ein Vorgang oder als zwei abgerechnet werden, regelt Ihr Preisblatt. Payone führt PREAUTH und FINALFAIL als eigene Posten für Reservierungen, die nicht korrekt abgeschlossen wurden.
Saubere Abschlüsse senken außerdem das Streitrisiko. Bucht ein Hotel erst nach Ablauf der Frist ab, ohne neu zu autorisieren, kann es sich im Chargeback nicht mehr auf die ursprüngliche Autorisierung stützen.
Rechenbeispiel: Hotel mit zwei Häusern
Ein inhabergeführtes Hotel mit zwei Häusern setzt 2,4 Mio € im Jahr mit Karte um und reserviert bei 11.000 Check-ins. Ein typischer Fall: zwei Nächte zu 120 € plus 100 € Puffer für Nebenkosten, also 340 € Reservierung. Abgebucht werden beim Check-out 275 €, die übrigen 65 € werden frei.
Angenommen, der Acquirer rechnet Reservierung und Abschluss als zwei Vorgänge ab, je 0,07 € Autorisierungsentgelt. Das sind 11.000 zusätzliche Vorgänge und 770 € im Jahr. Bei jedem fünften Aufenthalt erhöht die Rezeption die Reservierung einmal, das ergibt 2.200 weitere Anfragen und 154 €. Zusammen kosten die Zusatzvorgänge 924 € im Jahr, über eine Laufzeit von vier Jahren 3.696 €.
Bezogen auf den Kartenumsatz sind das knapp 0,04 Prozentpunkte. Der Posten taucht im beworbenen Satz nicht auf und lässt sich trotzdem verhandeln: Er hängt allein an der Frage, ob der Akzeptanzvertrag die Vorautorisierung als einen Vorgang zählt.
Häufige Fragen zur Vorautorisierung
Wie lange darf eine Vorautorisierung offen bleiben?
Darf der abgebuchte Betrag höher sein als die Reservierung?
Kostet eine Vorautorisierung zusätzliche Gebühren?
Auch genannt
Pre-Authorization · Pre-Auth · Preauthorisierung · Kartenreservierung · Reservierung auf der Kreditkarte · Autorisierungsreservierung
Verwandte Begriffe
- AutorisierungsentgeltDas Autorisierungsentgelt ist eine feste Gebühr pro Kartentransaktion, unabhängig vom Umsatz. Es liegt meist bei 1 bis 3 Cent je Zahlung und deckt die Prüfung, ob die Karte gedeckt und gültig ist.
- Issuer (Kartenherausgeber)Der Issuer ist das Institut, das die Karte des Kunden herausgibt. Er erhält für jede Zahlung das Interchange-Entgelt und bestimmt damit den größten Einzelposten Ihrer Kartenkosten.
- ChargebackEin Chargeback ist die Rückbelastung einer Kartenzahlung auf Veranlassung des Karteninhabers, etwa bei Betrug, Reklamation oder Nichtlieferung. Pro Fall fällt zusätzlich ein Bearbeitungsentgelt an.
- Scheme-FeeScheme-Fees sind die Entgelte der Kartennetzwerke Visa und Mastercard für die Nutzung ihrer Infrastruktur: meist mehrere kleine Posten, in Summe oft 0,1–0,3 % zuzüglich Fixbeträgen.
- AkzeptanzvertragDer Akzeptanzvertrag regelt zwischen Händler und Acquirer, welche Karten angenommen werden und zu welchen Entgelten die Umsätze abgerechnet und ausgezahlt werden.
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.