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Bezahlexperten: 1,19 % Flatrate ohne Grundgebühr
Bezahlexperten veröffentlicht nur noch eine Flatrate: 1,19 % je Zahlung bis 15.000 € Kartenumsatz im Monat, darüber individuell. Was sie kostet und wo sich die Website widerspricht.
Bezahlexperten veröffentlicht heute nur noch eine Flatrate: Bis 15.000 € Kartenumsatz im Monat kostet jede Zahlung 1,19 %, unabhängig von der Kartenart, ohne Grundgebühr und ohne Miete für das Terminal S1F2 (Stand 05.10.2026). Über 15.000 € nennt die Produktseite den Preis „individuell“. Die früheren Abo-Pakete mit Grundgebühr stehen auf keiner Seite des Anbieters mehr. Zwei Punkte gehören daneben: Die Website widerspricht sich bei Einrichtung, Laufzeit und Zuschlägen, und bei girocard-Zahlungen bleibt vom Einheitssatz der größte Teil als Service-Entgelt beim Anbieter.
Wer hinter Bezahlexperten steht
Hinter der Marke steht die BE Bezahlexperten GmbH aus Köln. Sie tritt laut AGB als Netzbetreiber auf, das Clearing übernimmt je nach Vertrag die Nexi Germany GmbH oder die Verifone Payments GmbH. Die Preisseite verweist für rechtliche Unterlagen weiterhin auf das Download-Center von Verifone. Im Angebot steht heute ein einziges Gerät, das Terminal S1F2. Die Preisstruktur rund um dieses Gerät ist damit der Teil, den Sie vor einem Abschluss prüfen sollten.
Ein Wort zur Datenlage. Sämtliche Werte in diesem Beitrag stammen von den Seiten des Anbieters, abgerufen am 05.10.2026: aus Produktseite, FAQ, AGB, Branchen- und Ratgeberseiten sowie den beiden Preisverzeichnissen von Bezahlexperten. Das Preisverzeichnis für Abschlüsse ab dem 01.06.2025 nennt weder Disagio-Sätze noch Monatspreise, dort steht nur „Details entnehmen Sie Ihrem Vertrag.“ Die Zahlen zur Flatrate stehen deshalb allein im Seitentext. KartenKosten erhält keine Provision, von keinem Anbieter.
Was die Flatrate kostet
Bezahlexperten veröffentlicht nur noch für ein Modell einen Preis, die Flatrate mit dem Terminal S1F2. Bis 15.000 € Kartenumsatz im Monat beträgt das Disagio 1,19 % je Zahlung, unabhängig von der Kartenart: girocard, Debit- und Kreditkarten kosten denselben Satz. Eine Grundgebühr, eine Terminalmiete und ein festes Entgelt je Zahlung fallen laut Produktseite nicht an. Einmalig kommt eine Gebühr für Einrichtung und Versand dazu, bei einzelnen Kartenarten ein Zuschlag. Alle Beträge verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer.
Über 15.000 € Kartenumsatz im Monat nennt die Produktseite keinen Satz. Dort steht „individuell“, dazu der Hinweis auf individuelle Konditionen je Kartentyp. Ratgeber-Artikel auf derselben Website zeigen eine Staffel: 1,19 % bis 15.000 €, 0,89 % ab 15.000 €, 0,69 % ab 25.000 € und 0,49 % ab 50.000 € Monatsumsatz. Auch die AGB sprechen von Preisstaffeln nach dem angegebenen Monatsumsatz und erlauben eine Anpassung, wenn der tatsächliche Umsatz länger als sechs Monate darunter liegt. Die Staffel ist nicht der einzige Punkt, an dem sich die Seiten des Anbieters widersprechen.
| Angabe | Abweichende Angabe | |
|---|---|---|
| Einrichtung und Versand, einmalig | 29,99 € (FAQ) | 29,00 € (Preisverzeichnis ab 01.06.2025) |
| Zuschlag Firmenkarten | +1,8 % (FAQ) | +1,59 % (Gastronomie-Seite, Ratgeber), +1,49 % (Friseur- und Einzelhandelsseite) |
| Zuschlag Auslandskarten | +0,7 % auf außereuropäische Karten (FAQ) | +1,49 % auf internationale Karten (Branchenseiten, Ratgeber) |
| Mindestumsatz | „Kein Mindestumsatz“ (Produktseite) | 15 € Gebühr möglich unter 1.500 € Kartenumsatz je Terminal und Monat (AGB 9.4) |
| Satz über 15.000 € im Monat | „individuell“ (Produktseite) | 0,89 % bis 0,49 % nach Umsatz (Ratgeber) |
Die Einrichtung unterscheidet sich nur um 0,99 €. Mehr Gewicht haben die Zuschläge, zumal die Produktseite an anderer Stelle „keine Aufschläge“ verspricht. Sie treffen Betriebe mit vielen Firmenkunden oder Gästen von außerhalb Europas. Für sehr kleine Betriebe zählt die Regel aus den AGB: Bleibt ein Terminal in einem Monat unter 1.500 € Kartenumsatz, darf Bezahlexperten 15 € berechnen. Bei 1.200 € Umsatz kostet die Flatrate 14,28 €, mit der Gebühr werden daraus 29,28 € oder 2,44 % vom Umsatz. Saisonbetriebe mit mehr als 18.000 € Jahresumsatz nimmt die Klausel aus.
Bei der Vertragslaufzeit widersprechen sich die Seiten des Anbieters. Laut Produktseite und FAQ hat die Flatrate keine Mindestlaufzeit und ist monatlich kündbar. Die Seite „Unsere Produkte“ nennt eine Mindestlaufzeit von drei Monaten, danach monatlich kündbar. Das Preisverzeichnis kennt zudem eine Gebühr für die Kündigung „vor Ablauf der regulären Vertragslaufzeit im Flat- und Flex-Modell“: 99,00 € plus monatliche Grundgebühr mal Restlaufzeit. Für das hochvolumige Pro-Modell nennt die FAQ 24 Monate. Solche Verträge verlängern sich laut AGB automatisch um zwölf Monate, wenn niemand spätestens drei Monate vor Ablauf schriftlich kündigt.
Ein zweiter Punkt gehört auf denselben Zettel für das Erstgespräch. Bezahlexperten führt zwei getrennte Preisverzeichnisse, eines für Abschlüsse bis zum 30.05.2025 und eines für Abschlüsse ab dem 01.06.2025. Nur das ältere nennt Sätze für Kartenzahlungen, das neuere verweist dafür auf den Vertrag. Laut AGB richtet sich die Vergütung nach dem Einzelvertrag und dem Preisverzeichnis, das bei Vertragsschluss galt. Fragen Sie deshalb ausdrücklich nach, nach welchem Verzeichnis Ihr Vertrag abgerechnet wird, und lassen Sie sich die Antwort in den Vertragsunterlagen zeigen.
Rechenbeispiele mit der Flatrate
Erstes Beispiel, eine Bäckerei mit 12.000 € Kartenumsatz im Monat und 1.200 Kartenzahlungen, angenommener Mix 80 % girocard und 20 % Debitkarten. Mit der Flatrate kostet jede Zahlung 1,19 %, zusammen 142,80 € im Monat. Grundgebühr und Entgelt je Zahlung fallen nicht an, der Durchschnittsbon von 10 € spielt deshalb keine Rolle. Auf den girocard-Anteil von 9.600 € entfallen 114,24 €. Nach der Beispielrechnung in den FAQ des Anbieters gehen davon 0,193 % an die kartenausgebenden Banken, das sind 18,53 €. Die übrigen 95,71 € sind das Service-Entgelt von Bezahlexperten.
Zweites Beispiel, eine Pension mit 10.000 € Kartenumsatz im Monat. Davon entfallen 1.500 € auf Karten, die außerhalb Europas ausgegeben wurden, und 500 € auf Firmenkarten. Der Basissatz von 1,19 % ergibt 119,00 €. Mit den Zuschlägen aus den FAQ, 0,7 % und 1,8 %, kommen 10,50 € und 9,00 € dazu: 138,50 € im Monat oder 1,39 % vom Umsatz. Mit den Zuschlägen von Gastronomie-Seite und Ratgeber, 1,49 % und 1,59 %, sind es 149,30 € oder 1,49 %. Der Kartenmix entscheidet damit auch bei einer Flatrate über die Rechnung, und welche Zuschläge gelten, sollten Sie vor der Unterschrift klären.
Drittes Beispiel, unser Rechner-Szenario: ein Gastronomiebetrieb mit 40.000 € Kartenumsatz im Monat und ausgewogenem Kartenmix. Er liegt über der Schwelle von 15.000 €, für diesen Umsatz veröffentlicht Bezahlexperten keinen Preis. Eine Monatssumme lässt sich deshalb nicht belastbar rechnen, und unser Rechner führt den Anbieter nicht mehr. Die Staffel aus den Ratgeber-Artikeln können Sie im Gespräch als Anhaltspunkt nutzen; verbindlich wird erst das schriftliche Angebot. Wie die übrigen Anbieter in diesem Szenario abschneiden, zeigt der Kartenterminal-Vergleich.
Gerät und Einmalkosten
Bezahlexperten bietet ein einziges Terminal an, das S1F2 mit integrierter SIM-Karte. Miete fällt dafür nicht an. Für Einrichtung und Versand berechnet der Anbieter einmalig 29,99 € laut FAQ oder 29,00 € laut Preisverzeichnis: Das Gerät kommt vorkonfiguriert per Post und wird telefonisch freigeschaltet. Zur Akkulaufzeit nennt die Seite „Unsere Produkte“ 24 Stunden, die FAQ acht bis zwölf Stunden bei normaler Nutzung. Für die Kasse entscheidet die Schnittstelle: Das S1F2 unterstützt laut FAQ nexo, Cloud-Anbindungen und je nach Kassenanbieter OPI, ZVT dagegen nicht.
Ein einziges Modell ist eine schmale Auswahl. Theke und Tisch bedient dasselbe mobile Gerät, eine eigene Bauart etwa für den Selbstbedienungsbereich führt der Anbieter nicht. Für einen Betrieb mit zwei oder drei gleichartig ausgestatteten Standorten reicht das aus, sofern die Kasse ohne ZVT auskommt. Das Preisverzeichnis führt unter den optionalen Zusatzleistungen außerdem eine SIM-Karten-Miete von 5,00 € im Monat. Ob sie beim S1F2 anfällt, obwohl die Produktseite die SIM-Karte als inklusive ausweist, sollten Sie vorab klären.
Stärken und Schwächen aus KMU-Sicht
Die Preisstruktur der Flatrate ist so schlicht wie möglich: ein Satz für alle gängigen Karten, keine Grundgebühr, keine Miete, kein Entgelt je Zahlung. Wer seinen Monatsumsatz kennt, kann seine Rechnung nachrechnen, solange der Umsatz unter 15.000 € bleibt und keine Zuschläge anfallen. Der Haken sitzt eine Ebene davor. Die Zahlen stehen verteilt auf Produktseite, FAQ, Branchenseiten, Ratgeber und AGB, und sie passen nicht überall zusammen. Das aktuelle Preisverzeichnis selbst nennt für Kartenzahlungen keinen einzigen Satz. Klarheit der Struktur und Verlässlichkeit der Angaben sind hier zwei verschiedene Dinge.
Auf der Gegenseite steht zuerst der Preis für girocard. Wie das erste Rechenbeispiel zeigt, bleibt vom Einheitssatz bei girocard der größte Teil als Service-Entgelt beim Anbieter. Wer überwiegend girocard-Zahlungen annimmt, zahlt für die Einfachheit am meisten. Dazu kommt ein Angebot mit nur einem Gerät, das sich nicht an reine ZVT-Kassen anbinden lässt. Betriebe ab 15.000 € Monatsumsatz, also ab 180.000 € Kartenumsatz im Jahr, finden auf der Website keinen verbindlichen Preis. Wie sich der Anbieter gegen das übrige Feld einordnet, zeigt unser Anbieter-Überblick.
Ab welcher Größe Sie verhandeln sollten
Über 15.000 € Kartenumsatz im Monat ist ein Gespräch über die Konditionen ohnehin vorgesehen: Die Produktseite verspricht diesen Betrieben „Maßgeschneiderte Gebührenmodelle“ und „Individuelle Konditionen je Kartentyp“. Ob die Staffel aus den Ratgeber-Artikeln zum hochvolumigen Pro-Modell gehört, das laut FAQ 24 Monate läuft, sagt der Anbieter nicht. Gehen Sie mit eigenen Zahlen hinein: Kartenumsatz der letzten drei Monate, Anzahl der Zahlungen und der Anteil von girocard, Debit-, Kredit- und internationalen Karten. Ohne diese Angaben lässt sich kein Angebot sauber gegen ein anderes stellen.
Ab etwa 1 Mio € Kartenumsatz im Jahr rechnet sich eine strukturierte Konditionsanalyse. In dieser Größenordnung wiegen die Disagio-Sätze und das Entgelt je Zahlung deutlich schwerer als die Grundgebühr: 0,1 Prozentpunkte auf 1 Mio € Umsatz sind 1.000 € im Jahr. Wir prüfen den bestehenden Vertrag gegen den Markt, rechnen die Alternativen mit Ihrem eigenen Kartenmix durch und verhandeln nach. Bei KartenKosten zahlen Sie dafür erst dann ein Honorar, wenn die Einsparung realisiert ist.
Häufige Fragen zu Bezahlexperten
Was kostet ein Kartenterminal bei Bezahlexperten im Monat?
Gibt es bei Bezahlexperten einen Tarif ohne feste Laufzeit?
Welches Disagio zahlt man bei Bezahlexperten?
Welche Terminals bietet Bezahlexperten an?
Lohnt sich Bezahlexperten für einen Gastronomiebetrieb mit hohem Kartenumsatz?
Verwandte Begriffe
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- Vertragslaufzeit / KündigungsfristLaufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung entscheiden, ab wann bessere Konditionen überhaupt greifen können: oft der unterschätzteste Posten im Acquiring-Vertrag.
- KonditionsanalyseDie Konditionsanalyse prüft bestehende Kartenabrechnungen Posten für Posten, bewertet das effektive Disagio gegen den Kartenmix und beziffert das konkrete Einsparpotenzial in Euro.
- AcquiringAcquiring ist die Abwicklung von Kartenzahlungen auf Händlerseite: Der Acquirer reicht Transaktionen bei den Kartennetzwerken ein und schreibt dem Händler den Umsatz gut.