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Kartenterminal-Anbieter 2026: alle 12 im Überblick

Zwölf Kartenterminal-Anbieter, ein Szenario, ein Ranking: Die Monatskosten reichen von 230 € bis 646 €. Welcher Anbieter zu welcher Betriebsgröße passt.

Porträtfoto von Robert HoffmannRobert Hoffmann

Der deutsche Markt für Kartenterminals teilt sich in zwei Lager: Fintechs mit pauschalen Sätzen und sofortigem Start sowie klassische Acquirer mit getrennten Kartenarten-Konditionen und Vertragslaufzeit. Welcher der zwölf relevanten Anbieter der günstigste ist, hängt fast nur von Ihrem Kartenumsatz ab. In unserem Beispiel-Szenario liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter 416 € im Monat. Dieser Überblick ordnet alle zwölf ein, mit geprüften Konditionen aus unserer Tarifdatenbank.

Zwei Lager: Flatrate-Fintechs und klassische Acquirer

Fintechs wie SumUp, Zettle, myPOS oder Flatpay verkaufen Einfachheit: ein Prozentsatz für alle Karten, Gerät zum Einmalpreis oder gratis, Start innerhalb weniger Tage, meist ohne Grundgebühr. Dafür liegt der pauschale Satz deutlich über dem, was girocard-Zahlungen im Einkauf kosten. Klassische Acquirer wie Payone, TeleCash oder Nexi rechnen jede Kartenart einzeln ab. girocard kostet dort häufig 0,2 bis 0,4 %, Kreditkarten entsprechend mehr. Der Preis dafür sind Vertragslaufzeiten von 36 bis 60 Monaten, Grundgebühren und ein Papierkrieg, den ein Fintech-Kunde nie sieht.

Dazwischen stehen die Bank-Ableger: Vert (Deutsche Bank), Commerz Globalpay (Commerzbank) und VR Pay (Volks- und Raiffeisenbanken) kombinieren klassische Konditionen mit digitalem Vertrieb und sprechen vor allem die eigenen Firmenkunden an. Technisch sind alle zwölf Zahlungsdienstleister mit denselben Kartennetzen im Hintergrund. Der Unterschied liegt im Preismodell, im Service und in der Frage, wie viel Vertrag Sie dafür unterschreiben.

Das Entscheidungskriterium ist Ihr Kartenumsatz

Die Logik dahinter ist simpel: Grundgebühren wiegen bei kleinem Umsatz schwer, hohe Prozentsätze bei großem. Unter etwa 3.000 € Kartenumsatz im Monat ist ein Flatrate-Anbieter ohne Fixkosten kaum zu schlagen. Zwischen 3.000 und rund 20.000 € bleiben die Fintech-Abos wie SumUp One konkurrenzfähig. Darüber dreht sich das Bild: Wer 40.000 € und mehr im Monat abrechnet, zahlt bei einem pauschalen Prozentsatz für jede girocard-Zahlung drauf und fährt mit getrennten Kartenarten-Sätzen günstiger.

Um die zwölf Anbieter vergleichbar zu machen, haben wir alle 68 Standardtarife unserer Datenbank auf dasselbe Szenario gerechnet: ein Gastronomiebetrieb mit 40.000 € Kartenumsatz im Monat, ein Standort, ausgewogener Kartenmix. Das Schaubild zeigt je Anbieter den günstigsten Tarif. Ihren eigenen Fall rechnet der Kartenterminal-Vergleich mit Ihren Zahlen durch.

Günstigster Tarif je Anbieter: Gastronomie, 40.000 € Kartenumsatz im Monat
Günstigster Tarif je Anbieter: Gastronomie, 40.000 € Kartenumsatz im Monat — kartenkosten.deVert230 €0,58 % effektivTeleCash244 €0,61 %SumUp347 €0,87 %Nexi372 €0,93 %Bezahlexperten390 €0,98 %myPOS407 €1,02 %Commerz Globalpay444 €1,11 %Payone447 €1,12 %Flatpay516 €1,29 %Unzer542 €1,36 %Zettle558 €1,40 %VR Pay646 €1,61 %
Monatskosten inkl. umgelegter Einmalkosten, ausgewogener Kartenmix, 1 Standort. Quelle: kartenkosten.de-Tarifdatenbank, Stand 23.08.2026.

Zwei Dinge fallen an dieser Liste auf. Erstens die Spannweite: Zwischen Vert und VR Pay liegt der Faktor 2,8, bei identischem Betrieb und identischem Kartenmix. Zweitens die Reihenfolge selbst, denn sie gilt nur für dieses Szenario. Bei 2.000 € Monatsumsatz stünden SumUp und myPOS vorn, weil dort keine Grundgebühr anfällt, und die Acquirer mit ihren Fixkosten rutschten ans Ende. Ein Anbieter-Ranking ohne Umsatzangabe ist deshalb wertlos; und weil ein günstiger Listenpreis nichts über Service und Vertragsqualität sagt, folgen die Porträts unten der Bewertung, nicht dem Preis.

Vier Kriterien neben dem Preis

Erstens die Kartenakzeptanz: girocard ist in Deutschland Pflicht, American Express dagegen nicht überall inklusive; wer Auslandsgäste bedient, sollte auch auf die Sätze für internationale Karten achten. Zweitens die Vertragslaufzeit: Zwischen null Monaten bei SumUp, myPOS und Zettle und 60 Monaten bei Vert liegt ein fundamentaler Unterschied in der Flexibilität. Eine lange Bindung ist kein Ausschlusskriterium, sie muss nur mit einem entsprechend besseren Satz bezahlt werden.

Drittens die Auszahlung: Fintechs zahlen typischerweise am nächsten Werktag aus, myPOS sofort auf das eigene Konto, klassische Acquirer teils erst nach mehreren Tagen. Für Betriebe mit knapper Liquidität ist das ein echtes Kriterium, kein Detail. Und viertens die Kassenanbindung: Wer ein bestehendes Kassensystem weiterbetreiben will, muss prüfen, ob der Anbieter die Schnittstelle unterstützt. Die Fintechs denken überwiegend vom eigenen Ökosystem her, die klassischen Acquirer integrieren sich eher in vorhandene Kassenlandschaften. Unsere Funktionen-Karten in den einzelnen Anbieter-Beiträgen zeigen die zwölf wichtigsten Flags je Anbieter im Detail.

Die zwölf Anbieter im Kurzporträt

Die Bewertungen stammen aus unserer Anbieter-Recherche (Skala 0 bis 10, sichtbar auf den Kacheln), die Konditionen aus der Tarifdatenbank, zuletzt geprüft gegen die jeweiligen Preisseiten. Kacheln und Porträts sind gleich sortiert, nach Bewertung; jede Kachel springt direkt zum passenden Porträt.

© kartenkosten.de

Payone

Der Marktführer aus dem Sparkassen-Umfeld führt mit 12 Tarifen das breiteste Sortiment unserer Datenbank, vom Einsteigerpaket bis zur Filiallösung. In der Breite stärker als im Listenpreis: Im Szenario nur Mittelfeld, dafür mit viel Spielraum für individuelle Konditionen.

TeleCash

Der Fiserv-Ableger ist der Allrounder für mittlere und größere Betriebe: girocard ab 0,20 %, Grundgebühr ab 9,90 €, solide Geräteauswahl. Im Szenario landet TeleCash nur knapp hinter Vert, bei deutlich kürzerer Bindung.

myPOS

Der direkteste SumUp-Wettbewerber: Sätze ab 0,89 %, keine Laufzeit, gute Geräteauswahl und ein kostenloses Geschäftskonto mit sofortiger Gutschrift. Gemacht für Betriebe, denen Liquidität wichtiger ist als der letzte Zehntelpunkt beim Satz.

Flatpay

Die dänische Flatrate: 1,39 % für alle Karten unter 200.000 € Jahresumsatz, 0,99 % darüber, SmartPOS-Terminal und Vor-Ort-Installation inklusive. Die Rezensionen gehören zu den besten im Markt; auf die Mindestumsatzklausel in den AGB geht unsere Flatpay-Kosten-Analyse im Detail ein.

SumUp

Der Standard für kleine Betriebe: 1,39 % im Basistarif, 0,79 % im Abo, keine Laufzeit, Geräte ab 0 €. Dass SumUp selbst im 40.000-€-Szenario noch Rang 4 hält, zeigt die Stärke des Abo-Modells; die Details stehen in unserer SumUp-Gebühren-Analyse.

Nexi

Der italienische Konzern (früher Concardis) bringt moderne SmartPOS-Geräte und den breitesten Funktionsumfang mit, girocard ab 0,22 %. Dafür gelten Laufzeiten bis 48 Monate, und das Tarifwerk verlangt Geduld beim Lesen.

VR Pay

Die Genossenschaftsbanken-Lösung mit Pakettarifen ab 19,90 € Grundgebühr und Inklusivvolumen. Im 40.000-€-Szenario das teuerste Angebot; die Stärke liegt in der Betreuung über die Hausbank vor Ort.

Zettle by PayPal

Die PayPal-Tochter rechnet pauschal 1,39 % ab, ohne Laufzeit und mit günstiger Hardware. Wer ohnehin PayPal im Online-Verkauf nutzt, bekommt beides in einem Konto.

Commerz Globalpay

Das Commerzbank-Joint-Venture mit Global Payments setzt auf digitalen Abschluss und Pakete ab 0,79 %. Interessant vor allem für Commerzbank-Firmenkunden, die alles aus einer Hand wollen.

Unzer

Stärken im Online-Handel und in der Kassenintegration (Tillhub gehört zum Konzern), Sätze ab 0,99 %. Für den reinen Terminal-Betrieb selten die erste Wahl, als Omnichannel-Paket interessant.

Bezahlexperten

Aggressive Einsteigerkonditionen mit girocard ab 0,25 %, aber Grundgebühren ab 17,97 € und die schwächsten Rezensionen im Feld. Für preisbewusste Betriebe einen Blick wert, mit Abstrichen beim Service.

Vert

Das Joint Venture der Deutschen Bank gewinnt das Szenario mit Kartenarten-Sätzen ab 0,30 % und niedriger Grundgebühr ab 5,99 €. Der Preis dafür sind Laufzeiten bis 60 Monate, die längsten im Feld, und ein schmales Geräte- und Serviceangebot.

SumUp-Alternativen: wann sich der Wechsel lohnt

Die häufigste Suchfrage im Anbieterumfeld lautet nach Alternativen zu SumUp, und die Antwort hängt vom Grund für den Wechselwunsch ab. Wer dasselbe Modell mit anderem Anbieter will, landet bei myPOS: ähnlich einfach, Sätze ab 0,89 %, dazu sofortige Gutschrift auf dem inkludierten Konto. Wer PayPal ohnehin nutzt, bekommt bei Zettle die Integration geschenkt. Wem Service wichtiger ist als der letzte Zehntelpunkt, den holt Flatpay mit Vor-Ort-Installation und 24/7-Support ab.

Der wichtigste Wechselgrund ist aber das Wachstum. Ab dem mittleren fünfstelligen Monatsumsatz kostet jede pauschale Flatrate sichtbar Geld, weil der hohe girocard-Anteil deutscher Betriebe zum Pauschalsatz abgerechnet wird. Dann sind TeleCash, Vert oder ein verhandeltes Payone-Paket die passendere Liga. Genau dafür ist unser Rechner gebaut: Er zeigt mit Ihren Zahlen, wann dieser Punkt erreicht ist.

Ab welcher Größe Sie verhandeln sollten

Alle Zahlen in diesem Beitrag sind Listenpreise, und Listenpreise sind verhandelbar. Die Fintechs vergeben individuelle Konditionen meist ab 100.000 bis 200.000 € Jahresumsatz auf Anfrage. Bei den klassischen Acquirern ist ohnehin fast alles Verhandlungssache. Ab etwa 1 Mio € Kartenumsatz im Jahr liegt der größte Hebel deshalb nicht in der Wahl des Anbieters, sondern in der Konditionsanalyse des bestehenden Vertrags und der Nachverhandlung. Bei KartenKosten zahlen Sie dafür erst dann ein Honorar, wenn die Einsparung realisiert ist.

Wie groß dieser Hebel ist, zeigt eine einfache Rechnung: Bei 3 Mio € Kartenumsatz im Jahr sind 0,2 Prozentpunkte Unterschied im effektiven Satz genau 6.000 €, Jahr für Jahr. Das ist mehr, als die meisten Betriebe durch einen Anbieterwechsel im Standardtarif gewinnen, und es erklärt, warum die Anbieter oberhalb dieser Größe fast immer Spielraum haben, wenn jemand mit belastbaren Zahlen verhandelt.

Häufige Fragen zu Kartenterminal-Anbietern

Welcher Kartenterminal-Anbieter ist der günstigste?
Das hängt vom Kartenumsatz ab. Unter etwa 3.000 € im Monat sind Flatrate-Anbieter ohne Grundgebühr wie SumUp oder myPOS am günstigsten. Bei 40.000 € Monatsumsatz führt in unserem Gastronomie-Szenario Vert mit 230,19 € im Monat vor TeleCash mit 243,79 €.
Welche Kartenterminal-Anbieter gibt es in Deutschland?
Die zwölf relevanten Anbieter für KMU sind Payone, TeleCash, Nexi, Vert, Commerz Globalpay, VR Pay, SumUp, myPOS, Zettle by PayPal, Flatpay, Unzer und Bezahlexperten. Sie verteilen sich auf Flatrate-Fintechs, klassische Acquirer und Bank-Ableger.
Fintech oder klassischer Acquirer: was passt zu meinem Betrieb?
Fintechs punkten mit schnellem Start, keiner Laufzeit und einfachen Pauschalsätzen, klassische Acquirer mit getrennten Kartenarten-Sätzen ab etwa 0,2 % für girocard. Als Faustregel gewinnt das Fintech unter etwa 20.000 € Kartenumsatz im Monat, darüber der Acquirer.
Was kostet ein Kartenterminal im Monat?
Im Beispiel-Szenario mit 40.000 € Kartenumsatz liegen die Gesamtkosten je nach Anbieter zwischen 230,19 € und 645,78 € im Monat, inklusive umgelegter Gerätekosten. Bei kleinen Umsätzen sinken die Kosten auf den reinen Prozentsatz, etwa 27,80 € bei 2.000 € Umsatz und 1,39 %.
Kann man Kartenterminal-Gebühren verhandeln?
Ja. Fintechs vergeben individuelle Konditionen meist ab 100.000 bis 200.000 € Jahresumsatz, bei klassischen Acquirern sind Listenpreise generell Verhandlungsbasis. Ab etwa 1 Mio € Kartenumsatz im Jahr lohnt die professionelle Nachverhandlung des Bestandsvertrags.

Verwandte Begriffe

Porträtfoto von Robert Hoffmann, Gründer von KartenKosten.de

Robert Hoffmann

Geschäftsführung · Acquirer-Hintergrund

CEO bei Concardis, Nets und 1&1. Bringt diese Anbieter-Perspektive heute in die Mandate ein.

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