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Gebühren & Kostenbestandteile

Dynamic Currency Conversion: Lohnt sich DCC für Händler?

DCC verspricht Händlern Zusatzertrag auf Fremdwährungs-Umsätze. Für ein KMU mit überwiegend deutschen Gästen bleibt wenig, und an Ihren Kartenkosten ändert sich nichts.

Robert Hoffmann

Dynamic Currency Conversion, kurz DCC, lässt ausländische Gäste an Ihrem Terminal in ihrer Heimatwährung zahlen statt in Euro. Für Sie als Händler fällt dabei eine kleine Provision ab, in der Regel rund 1 Prozent des über DCC abgewickelten Umsatzes. An Ihren eigentlichen Kartenkosten ändert das nichts, und die Funktion greift ohnehin nur bei Karten, die nicht auf Euro lauten. Für einen Betrieb mit überwiegend deutschen Gästen bleibt am Ende wenig übrig.

Was Dynamic Currency Conversion genau ist

DCC wird im Moment der Zahlung angeboten. Ein britischer Gast mit einer Karte in Pfund sieht den Rechnungsbetrag in seiner Heimatwährung und kann ihn so bestätigen. Die Umrechnung übernimmt der DCC-Anbieter, meist Ihr Terminal- oder Acquiring-Partner, der auch das Währungsrisiko trägt. Entscheidend ist der Anwendungsbereich: DCC funktioniert ausschließlich bei Karten, die auf eine Fremdwährung lauten. Ein Gast aus Frankreich mit einer Euro-Karte bekommt DCC nie zu sehen. Und der Karteninhaber muss die Umrechnung aktiv wählen, denn die Netzregeln verbieten es, DCC als Voreinstellung durchzudrücken.

Wie Händler an DCC verdienen

Der Anbieter legt auf den Wechselkurs einen Aufschlag. Einen Teil dieses Aufschlags schreibt er Ihnen als Provision gut, meist monatlich und üblicherweise in der Größenordnung von rund 1 Prozent des über DCC abgewickelten Umsatzes. Ein Währungsrisiko tragen Sie dabei nicht, das übernimmt der Anbieter. Genau das ist das Verkaufsargument, mit dem DCC an der Kasse platziert wird, ein scheinbar kostenloser Zusatzertrag.

Wie hoch Ihr Anteil ausfällt, steht selten prominent im Vertrag. Manche Anbieter geben einen festen Prozentsatz weiter, andere behalten den größeren Teil des Aufschlags für sich und reichen nur einen Bruchteil durch. Fragen Sie deshalb konkret nach, wie hoch Ihre Beteiligung ist und auf welchen Umsatz sie sich bezieht. Der eigentliche Haken steckt nämlich in dieser Bezugsgröße, auf die sich das eine Prozent bezieht, und nicht in der Höhe der Provision selbst.

Das Rechenbeispiel: Hotel mit zwei Standorten

Nehmen wir ein Haus mit zwei Standorten und 3 Mio. Euro Kartenumsatz im Jahr. Angenommen, 8 Prozent davon entfallen auf Karten in Fremdwährung, das sind 240.000 Euro. Von diesen Gästen nimmt erfahrungsgemäß etwa die Hälfte das DCC-Angebot an, es bleiben rund 120.000 Euro DCC-Umsatz. Bei 1 Prozent Provision ergibt das 1.200 Euro im Jahr. Das ist der gesamte Ertrag, den DCC in diesem Beispiel einspielt.

DCC anbieten oder nicht: was es für Ihr Haus bedeutet
DCC aktiviertDCC nicht angeboten
Zusatzertrag pro Jahr (Beispiel)rund 1.200 Euro0 Euro
Wirkung auf Ihr effektives Disagiokeinekeine
Kosten des Aufschlagsträgt der Gast (3 bis über 10 Prozent)entfällt
Kundenerlebnis an der KasseAufpreis gegenüber dem MarktkursAbrechnung zum Referenzkurs
Aufwand für SiePersonalschulung, Nachweis der Wahlfreiheitkeiner

1.200 Euro klingen nach geschenktem Geld. Gemessen an den Kartenkosten des Hauses sind sie es nicht. Bei einem effektiven Satz von rund 1,4 Prozent zahlt dasselbe Haus etwa 42.000 Euro Kartenkosten im Jahr. Die DCC-Provision deckt davon keine 3 Prozent, und sie senkt keinen einzigen dieser Posten. Sie ist ein kleiner Nebenerlös auf dem Rücken des Gastes, kein Beitrag zu Ihrer Kostenstruktur.

Selbst wenn Sie den Fremdwährungsanteil großzügiger ansetzen, ändert sich das Bild kaum. Ein Stadthotel mit 20 Prozent Nicht-Euro-Umsatz käme im selben Rechenweg auf 600.000 Euro Fremdwährungsumsatz, davon zur Hälfte über DCC abgewickelt, also 300.000 Euro. Bei 1 Prozent Provision sind das 3.000 Euro im Jahr. Auch dieser Betrag bleibt ein Bruchteil der Kartenkosten und lässt Ihren effektiven Satz unangetastet. DCC skaliert mit dem Auslandsanteil, aber es bleibt eine Randgröße neben dem, was die Akzeptanz insgesamt kostet.

Warum DCC Ihre Kartenkosten nicht senkt

DCC ist eine Beteiligung an der Währungsumrechnung des Gastes. Sie liegt neben Ihrem Disagio, dem Interchange und den Scheme Fees und rührt keinen dieser Posten an. Ob Sie DCC anbieten oder nicht, Ihr effektiver Satz auf die Transaktion bleibt identisch. Wer wissen will, welche Positionen die Kartenabrechnung wirklich treiben, findet die Antwort in den einzelnen Posten der Abrechnung, nicht in der Währungsfunktion des Terminals.

Was Fremdwährungs-Umsatz Sie tatsächlich kostet

Wenn Fremdwährungs-Umsatz überhaupt einen Kostenhebel bewegt, dann einen anderen als DCC. Karten, die außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ausgegeben wurden, fallen nicht unter den regulierten Interchange-Deckel. Für eine US- oder Schweizer Karte zahlen Sie deshalb ein spürbar höheres Interchange als für eine deutsche Verbraucherkarte, und Visa wie Mastercard legen zusätzlich Cross-Border-Entgelte auf jede grenzüberschreitende Transaktion. Diese Posten laufen über Ihre Scheme Fees und Ihr Disagio, nicht über DCC. Wer also den Auslandsanteil senken will, im Sinne von günstiger machen, muss diese Entgelte in seiner Abrechnung sichtbar machen und verhandeln. DCC verschiebt hier nichts, es lenkt die Aufmerksamkeit sogar von dem Posten ab, der bei internationalen Gästen wirklich ins Gewicht fällt.

Die Kehrseite: Aufpreis, Regeln und Reputation

Für den Gast ist DCC in aller Regel teurer, als in Euro zu zahlen und die Umrechnung der eigenen Bank zu überlassen. Der Aufschlag liegt häufig zwischen 3 und mehr als 10 Prozent über dem Referenzkurs. Seit der EU-Verordnung 2019/518 muss der Anbieter diesen Aufschlag gegenüber dem EZB-Referenzkurs vor der Zahlung offenlegen und den Betrag in beiden Währungen anzeigen; der Gast muss aktiv zustimmen. In der Hotellerie, wo internationale Gäste genau Ihre Zielgruppe sind, kann ein sichtbarer Aufpreis am Empfang das Vertrauen kosten. Der Kartenmix Ihres Hauses entscheidet also über Ihre Kosten und zugleich darüber, wie oft dieser Aufpreis Ihren Gästen überhaupt begegnet.

Für welche Betriebe DCC überhaupt zählt

DCC bewegt nur dort etwas, wo der Anteil an Nicht-Euro-Karten hoch ist. Flughafenhotels, Häuser in Grenzregionen oder Betriebe an Zielen mit vielen Gästen aus den USA, Großbritannien oder der Schweiz können einen spürbaren DCC-Umsatz erreichen. Ein Restaurant in einer bayerischen Kleinstadt mit überwiegend deutschen und Euro-Gästen verdient dagegen fast nichts. Bevor Sie DCC aktivieren, lohnt sich deshalb ein nüchterner Blick auf den tatsächlichen Fremdwährungsanteil in Ihren Abrechnungen.

Diese Zahl kennt kaum ein Betrieb aus dem Kopf. Ihr Acquirer weist den Umsatz nach Kartenart und oft auch nach Herkunftsregion aus, meist in der monatlichen Detailabrechnung oder im Online-Portal. Nehmen Sie drei repräsentative Monate, addieren Sie den Nicht-Euro-Umsatz und teilen Sie ihn durch den Gesamtumsatz. Erst mit diesem Prozentsatz lässt sich seriös entscheiden, ob DCC überhaupt eine Rolle spielt oder ob Sie Zeit in eine Funktion stecken, die bei Ihrem Gästemix leerläuft.

So ordnen Sie DCC für Ihren Betrieb ein

Prüfen Sie auf Ihrer Abrechnung, welcher Anteil des Umsatzes auf Karten in Fremdwährung entfällt. Liegt er unter etwa 5 Prozent, ist DCC ein Rundungsfehler und der Aufwand aus Schulung und Nachweispflichten selten gerechtfertigt. Behandeln Sie DCC bestenfalls als kleinen Nebenerlös, niemals als Hebel für Ihre Kartenkosten. Die eigentliche Ersparnis steckt in Ihrem effektiven Disagio, Ihrem Preismodell und Ihren Scheme Fees, und genau dort setzt eine unabhängige Konditionsanalyse an.

Häufige Fragen zu Dynamic Currency Conversion

Was ist Dynamic Currency Conversion?
DCC lässt einen ausländischen Karteninhaber am Terminal in seiner Heimatwährung statt in Euro zahlen. Der Betrag wird sofort umgerechnet, den Aufschlag trägt der Gast, und der Händler erhält dafür eine kleine Provision.
Verdient der Händler an DCC?
Ja, aber wenig. Üblich ist eine Provision von rund 1 Prozent des über DCC abgewickelten Umsatzes, nicht des Gesamtumsatzes. Bei überwiegend deutschen Gästen bleibt davon kaum etwas übrig.
Senkt DCC meine Kartengebühren?
Nein. DCC ist ein Zusatzertrag auf die Währungsumrechnung des Gastes und liegt neben Ihrem Disagio. Ihr effektiver Satz bleibt unverändert, ob Sie DCC anbieten oder nicht.
Ist DCC in der EU erlaubt?
Ja. Seit der EU-Verordnung 2019/518 muss der Anbieter vor der Zahlung den Aufschlag gegenüber dem EZB-Referenzkurs offenlegen und den Betrag in beiden Währungen anzeigen. Der Gast muss DCC aktiv wählen, voreingestellt sein darf es nicht.
Für welche Betriebe lohnt sich DCC?
Nur dort, wo viele Gäste mit Nicht-Euro-Karten zahlen, etwa Flughafenhotels oder Betriebe in Grenzregionen. Liegt Ihr Fremdwährungsanteil unter etwa 5 Prozent, ist der Ertrag zu klein, um Aufwand und Kundenerlebnis zu rechtfertigen.

Verwandte Begriffe

Porträtfoto von Robert Hoffmann, Gründer von KartenKosten.de

Robert Hoffmann

Geschäftsführung · Acquirer-Hintergrund

CEO bei Concardis, Nets und 1&1. Bringt diese Anbieter-Perspektive heute in die Mandate ein.

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