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Flatpay Kosten 2026: die 1,39-%-Flatrate im Detail
Flatpay kostet 1,39 % pauschal, Terminal und Service inklusive. Dahinter stehen 36 Monate Laufzeit und ein Mindestumsatz von 2.000 € im Monat. Mit Rechenbeispielen.
Flatpay verkauft das wohl einfachste Preisversprechen im deutschen Terminal-Markt: 1,39 % auf jede Kartenzahlung, gleich welcher Kartentyp, dazu ein vollwertiges SmartPOS-Terminal, Installation vor Ort und Support rund um die Uhr, alles ohne Grundgebühr. Ab 200.000 € Jahresumsatz sinkt der Satz auf 0,99 %. Das Versprechen hält, hat aber zwei Bedingungen, die in keiner Werbung stehen: 36 Monate Vertragslaufzeit und ein Mindestumsatz laut AGB. Dieser Beitrag rechnet beides durch.
Wo Flatpay herkommt und für wen es gebaut ist
Flatpay kommt aus Dänemark und ist erst seit wenigen Jahren im deutschen Markt aktiv; das Suchinteresse an dem Anbieter hat sich binnen eines Jahres fast verdreifacht. Das Modell unterscheidet sich deutlich vom Selbstbedienungs-Ansatz der übrigen Fintechs: Flatpay arbeitet mit Außendienst, ein Berater kommt in den Betrieb, installiert das Terminal und schult das Team. Zielgruppe sind Gastronomie, Handel und Dienstleister, die einen festen Ansprechpartner wollen statt einer Hotline-Warteschleife.
Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserer Tarifdatenbank, zuletzt am 23. August 2026 gegen die Flatpay-Preisseite geprüft. KartenKosten erhält keine Provision, von keinem Anbieter.
Die Flatrate im Detail
Der Kern ist ein einziger Satz für alles: girocard, Visa, Mastercard, American Express und internationale Karten kosten identisch 1,39 %. Es gibt keine Grundgebühr, keine Einrichtungsgebühr für das Terminal und keine Zusatzposten für Wallets. Das Gerät ist ein PAX A920 Pro, ein vollwertiges SmartPOS mit Display und Bondrucker, das andernorts dreistellige Kaufpreise oder Monatsmieten kostet. Ausgezahlt wird täglich, der Support ist per Telefon und E-Mail rund um die Uhr erreichbar. Im Rahmen der Aktion „Deutschland zahlt digital“ lag der Satz zuletzt bei 1,29 % (Stand: Januar 2026).
| Unter 200.000 € Jahresumsatz | Ab 200.000 € Jahresumsatz | |
|---|---|---|
| Transaktionsgebühr (alle Kartentypen) | 1,39 % | 0,99 %, individuell verhandelbar |
| Grundgebühr | 0 € | 0 € |
| Terminal (PAX A920 Pro) | inklusive | inklusive |
| Vertragslaufzeit | 36 Monate | 36 Monate |
| Mindestumsatz laut AGB | 2.000 €/Monat je Terminal | 2.000 €/Monat je Terminal |
| Auszahlung und Support | täglich · 24/7 | täglich · 24/7 |
Bemerkenswert an dieser Struktur: Bis auf den Satz ändert sich an der 200.000-€-Schwelle nichts, Laufzeit, Terminal und Servicepaket bleiben identisch. Die Schwelle wirkt wie eine eingebaute Verhandlungsstufe, und wer knapp darunter liegt, sollte sie im Gespräch mit dem Außendienst aktiv ansprechen, statt auf die automatische Umstellung zu warten.
Wer zusätzlich das Flatpay-Kassensystem nimmt, zahlt einen höheren Satz von 1,79 % plus einmalig 1.999 bis 2.999 € Einrichtung, je nach Paket. Für den reinen Terminal-Betrieb, um den es hier geht, bleibt es bei der Flatrate ohne Einmalkosten.
Die zwei Bedingungen hinter dem einfachen Preis
Erstens die Bindung: Der Standardvertrag läuft 36 Monate. Das ist die Gegenleistung für das kostenlose Terminal und den Vor-Ort-Service, und es unterscheidet Flatpay von SumUp, myPOS oder Zettle, die ohne Mindestlaufzeit arbeiten. Wer den Betrieb verkleinert, verkauft oder den Anbieter wechseln will, trägt den Vertrag bis zum Ende mit.
Zweitens der Mindestumsatz: Die Flatrate setzt voraus, dass tatsächlich Volumen über das Terminal läuft. Auf der Preisseite steht davon nichts, die Klausel findet sich im Kleingedruckten.
Für einen Betrieb mit stabilem Kartenumsatz ist die Klausel bedeutungslos. Für Saisonbetriebe, Marktstände oder Gründer in der Anlaufphase ist sie der entscheidende Punkt der gesamten Kalkulation: Bei 1.500 € Kartenumsatz im Monat werden aus 20,85 € Gebühren mit dem Zuschlag 70,85 €, effektiv 4,7 % vom Umsatz. Genau die Betriebe, für die eine grundgebührfreie Flatrate gedacht scheint, sind hier falsch.
Was Flatpay im Monat kostet: drei Beispiele
Beispiel 1, Café mit 8.000 € Kartenumsatz im Monat: 1,39 % ergeben 111,20 €. Das ist auf den Cent derselbe Betrag wie im SumUp-Basistarif, nur steht hier ein SmartPOS mit Bondrucker auf der Theke, das bei SumUp 169 € Kaufpreis kostet, und es gab jemanden, der es angeschlossen hat. Auf dieser Betriebsgröße ist das Paket sein Geld wert; SumUp One wäre mit 82,20 € allerdings spürbar günstiger, wenn Sie auf den Service verzichten können.
Beispiel 2, Saisonbetrieb mit 1.500 € Kartenumsatz in den schwachen Monaten: 20,85 € Gebühren plus 50 € Mindestumsatz-Zuschlag ergeben 70,85 €, effektiv 4,7 %. Hier ist ein Anbieter ohne Mindestumsatz die klar bessere Wahl, selbst wenn das Terminal dort Geld kostet.
Beispiel 3, Gastronomie mit 40.000 € Kartenumsatz und ausgewogenem Kartenmix: Unser Vergleichsrechner weist für Flatpay 516,00 € im Monat aus (mit dem Aktionssatz von 1,29 %), Rang 23 von 68 Tarifen. Der günstigste Tarif der Liste liegt bei 230,19 €; die Differenz von rund 286 € im Monat summiert sich auf etwa 3.400 € im Jahr. Ab dieser Größe verschenkt jede Pauschale den girocard-Vorteil. Rechnen Sie Ihren eigenen Fall im Kartenterminal-Vergleich durch.
Flatpay oder SumUp: der direkte Vergleich
Die beiden Anbieter werden am häufigsten gegeneinander abgewogen, dabei beantworten sie unterschiedliche Fragen. Im Basistarif kosten beide exakt 1,39 %; der Unterschied liegt in allem drumherum. SumUp verlangt für sein bestes Gerät 169 €, lässt Sie dafür aber jederzeit gehen und senkt den Satz im Abo auf 0,79 %. Flatpay stellt das SmartPOS gratis hin, schult das Team vor Ort und antwortet nachts um drei am Telefon, bindet Sie dafür aber 36 Monate und erwartet 2.000 € Mindestumsatz im Monat.
Die Entscheidung ist damit weniger eine Preisfrage als eine Betriebsfrage: Wer technikaffin ist, schwankende Umsätze hat oder maximale Flexibilität will, ist bei SumUp besser aufgehoben. Wer einen stabilen Laden führt, keine Lust auf Selbst-Installation hat und den persönlichen Ansprechpartner schätzt, bekommt bei Flatpay das rundere Paket. Ab etwa 3.200 € Monatsumsatz wird SumUp One rechnerisch günstiger; ob der Abstand den Service aufwiegt, entscheidet der Betrieb, nicht die Tabelle.
Stärken und Schwächen aus KMU-Sicht
Flatpays Stärke ist das Rundum-Paket: Terminal, Installation, Schulung und ein erreichbarer Support, dazu die tägliche Auszahlung. In unserer Bewertung erreicht der Anbieter 8,2 von 10, getragen von herausragenden Werten für Rezensionen (9,5) und Service (9,6). Das sind die besten Servicewerte im gesamten Feld, und sie decken sich mit dem, was Betriebe an Flatpay tatsächlich loben.
Die Schwächen: Es gibt genau einen Gerätetyp, wer ein Kartenlesegerät für die Hosentasche oder eine SoftPOS-Lösung sucht, wird nicht bedient (Terminal-Angebot: 6,1 von 10). Die Flatrate wird bei wachsendem Volumen teuer, die 36-Monats-Bindung nimmt Flexibilität, und der Mindestumsatz macht das Angebot für schwankende Umsätze riskant. Wie sich Flatpay damit gegen die übrigen elf Anbieter schlägt, zeigt unser Anbieter-Überblick.
Ab welcher Größe Sie verhandeln sollten
Ab 200.000 € Jahresumsatz senkt Flatpay den Satz von sich aus auf 0,99 % und verhandelt darüber hinaus individuell. Spätestens dann lohnt der Vergleich mit Kartenarten-Tarifen, denn 0,99 % pauschal bleiben für girocard-lastige Betriebe teuer. Und wer bereits abrechnet und über 1 Mio € Kartenumsatz im Jahr liegt, holt mehr aus einer Konditionsanalyse des Bestandsvertrags als aus jedem Tarifwechsel. Bei KartenKosten zahlen Sie dafür erst dann ein Honorar, wenn die Einsparung realisiert ist.
Häufige Fragen zu den Flatpay Kosten
Was kostet Flatpay?
Hat Flatpay einen Mindestumsatz?
Wie lange läuft der Flatpay-Vertrag?
Ist das Flatpay-Terminal wirklich kostenlos?
Für wen lohnt sich Flatpay?
Verwandte Begriffe
- Mindestumsatz / MindestgebührVertragsklausel, die je Terminal oder Standort eine monatliche Gebührenuntergrenze festlegt. Bleibt das Disagio darunter, stellt der Anbieter die Differenz in Rechnung.
- Vertragslaufzeit / KündigungsfristLaufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung entscheiden, ab wann bessere Konditionen überhaupt greifen können: oft der unterschätzteste Posten im Acquiring-Vertrag.
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
- KonditionsanalyseDie Konditionsanalyse prüft bestehende Kartenabrechnungen Posten für Posten, bewertet das effektive Disagio gegen den Kartenmix und beziffert das konkrete Einsparpotenzial in Euro.