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myPOS Gebühren 2026: Tarife, Konto und Auszahlungskosten
Was myPOS im Betrieb kostet und ab wann sich der Tarif Pro für 39 Euro im Monat rechnet.
- Disagio ab
- 0,79 %
- Grundgebühr ab
- 0 €
- Tarife im Rechner
- 5
Konditionen geprüft am 27.08.2026

myPOS führt drei Kontotarife: One ohne Grundgebühr und mit 1,29 Prozent je Kartenzahlung, Plus für 19 Euro im Monat mit 0,89 Prozent und Pro für 39 Euro mit 0,79 Prozent. Diese Sätze gelten für girocard sowie für inländische und EWR-Karten. Ein zweiter Kostenblock steht in keiner Prozenttabelle: myPOS schreibt Ihre Umsätze auf einem eigenen myPOS-Konto gut, und die Überweisung von dort auf Ihr Geschäftskonto kostet zusätzlich.
Wer myPOS ist und woher diese Zahlen stammen
myPOS ist ein europäischer Zahlungsdienstleister, der Terminal, Kartenakzeptanz und Zahlungskonto als ein Paket verkauft. In unserer Systematik gehört der Anbieter zum Lager der Flatrate-Fintechs: ein Prozentsatz für alle gängigen Karten, kein Stückentgelt, keine Volumenstaffel. In der Tarifdatenbank sind für myPOS weder Freivolumina noch Volumenzuschläge hinterlegt, abgerechnet wird rein prozentual. Wer aus einem klassischen Acquiring-Vertrag kommt, findet hier eine deutlich kürzere Preisliste vor, dafür aber auch weniger Stellschrauben für Verhandlungen.
Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserer Tarifdatenbank und aus der Preisseite des Anbieters. Beide wurden am 27. August 2026 geprüft; bei dieser Prüfung haben wir den bis dahin fehlenden Pro-Tarif ergänzt. KartenKosten erhält keine Provision, von keinem Anbieter. Die Preisliste des Anbieters finden Sie auf der Seite Preise und Gebühren bei myPOS. Prüfen Sie die Konditionen vor Vertragsschluss selbst nach, denn Anbieter ändern Preislisten ohne Ankündigung.
Die drei Kontotarife und was sie kosten
Der Prozentsatz, den der Anbieter je Zahlung einbehält, ist das Disagio. Bei myPOS fällt die Staffelung ungewöhnlich flach aus: girocard, inländische Debitkarten und EWR-Kreditkarten liegen innerhalb eines Tarifs auf demselben Wert. Ein eigener Satz gilt nur für American Express und Karten von außerhalb des EWR, nämlich 2,69 Prozent im Tarif One und 2,49 Prozent in Plus und Pro. Eine Transaktionsgebühr je Zahlung kommt nicht hinzu, denn im kartenpräsenten Geschäft ist bei allen myPOS-Tarifen weder ein Stückentgelt noch ein Mindestentgelt hinterlegt.
Den Preisvorteil kaufen Sie bei diesem Anbieter über die Grundgebühr. Zwischen One und Pro liegen 0,50 Prozentpunkte, die 39 Euro im Monat kosten. Der Umschlagpunkt lässt sich in einem Schritt ausrechnen: 39 Euro geteilt durch 0,005 ergibt 7.800 Euro Kartenumsatz im Monat. Darunter fahren Sie mit One günstiger, darüber mit Pro. Für den mittleren Tarif lautet die Rechnung 19 Euro geteilt durch 0,004, also rund 4.750 Euro Kartenumsatz im Monat.
Für einen Betrieb mit 1 Million Euro Kartenumsatz im Jahr, also rund 83.000 Euro im Monat, ist die Sache damit entschieden: Pro senkt die prozentualen Kosten um etwa 415 Euro im Monat und kostet dafür 39 Euro Grundgebühr. Bei 3.000 Euro Kartenumsatz im Monat dreht sich das Bild, dort zahlen Sie im Tarif Pro 62,70 Euro gegenüber 38,70 Euro im Tarif One, also gut 60 Prozent mehr. Die Preisliste ist kurz, die Tarifwahl trägt fast die gesamte Kostenentscheidung.
Wo das Geld zuerst landet
myPOS zahlt Kartenumsätze nicht auf ein bestehendes Geschäftskonto aus. Zum Vertrag gehört ein myPOS-eigenes Zahlungskonto, auf dem die Umsätze gutgeschrieben werden; von dort überweisen Sie selbst weiter. Im Tarif One kostet jede SEPA-Überweisung 1 Euro. Bei täglicher Überweisung an 22 Buchungstagen summiert sich das auf 22 Euro im Monat, die in keiner Prozentrechnung auftauchen. In den kostenpflichtigen Kontotarifen ist ein Teil der Überweisungen im Preis enthalten. Abhebungen am Geldautomaten in Euro kosten 1 Prozent, mindestens 2 und höchstens 10 Euro.
Für die Kostenrechnung heißt das zweierlei. Ein Betrieb, der sein Guthaben ohnehin nur wöchentlich abruft, zahlt im Tarif One rund 4 Euro im Monat und kann den Punkt abhaken. Setzt die Buchhaltung dagegen auf tagesgenaue Eingänge auf dem Hausbankkonto auf, kommt ein Posten hinzu, den kein Prozentvergleich sichtbar macht. Rechnen Sie ihn in die Grundgebühr ein, bevor Sie myPOS einem Anbieter gegenüberstellen, der direkt auf Ihr Geschäftskonto auszahlt.
Drei Rechnungen aus dem Alltag
Erstes Beispiel, eine Bäckerei mit 8.000 Euro Kartenumsatz im Monat, fast ausschließlich girocard. Im Tarif One sind das 8.000 Euro mal 1,29 Prozent, also 103,20 Euro. Im Tarif Pro fallen 8.000 Euro mal 0,79 Prozent an, das sind 63,20 Euro, plus 39 Euro Grundgebühr ergibt 102,20 Euro. Der Unterschied beträgt einen Euro. In dieser Größenordnung ist die Tarifwahl gleichgültig, und der kostenlose Tarif One hält den monatlichen Fixkostenblock bei null.
Zweites Beispiel, ein Fachgeschäft mit 25.000 Euro Kartenumsatz im Monat. One kostet dort 322,50 Euro. Plus kommt auf 222,50 Euro plus 19 Euro Grundgebühr, zusammen 241,50 Euro. Pro liegt bei 197,50 Euro plus 39 Euro, also 236,50 Euro. Zwischen One und Pro liegen damit 86 Euro im Monat oder 1.032 Euro im Jahr. Die Rechnung unterstellt reine EWR-Karten; jede Zahlung mit American Express oder einer Karte von außerhalb des EWR wird mit dem zweiten Satz abgerechnet.
Drittes Beispiel ist unser Standardszenario: ein Gastronomiebetrieb mit 40.000 Euro Kartenumsatz im Monat und ausgewogenem Kartenmix. Dort kostet myPOS 389,00 Euro im Monat und belegt Rang 9 von 75 Tarifen. Die reine EWR-Rechnung im Tarif Pro käme auf 355,00 Euro; der Rechner bewertet den vollen Kartenmix des Szenarios und nicht allein den EWR-Satz. Der günstigste Tarif der Liste, Vert, liegt bei 230,10 Euro. Die Differenz von 158,90 Euro im Monat entspricht 1.906,80 Euro im Jahr. Die vollständige Rangliste steht im Kartenterminal-Vergleich.
Geräte und Einmalkosten
myPOS vermietet keine Terminals, die Geräte werden gekauft. Eine Servicepauschale oder verpflichtende Zusatzposten sind in keinem Tarif hinterlegt, der monatliche Fixkostenblock besteht also allein aus der Grundgebühr des Kontotarifs. Ganz ohne Anschaffung starten Sie mit Tap to Pay auf einem NFC-fähigen Smartphone. Der myPOS Flex kostet 69 Euro einmalig und bringt NFC, Chip- und Magnetstreifenleser sowie WLAN und Mobilfunk mit. Der myPOS Ultra GC liegt bei 179 Euro.

Tap to Pay / SoftPOS
SoftPOS
ohne Gerätekauf
myPOS Flex
SmartPOS
Kauf ab 69 €

myPOS Ultra GC
SmartPOS
Kauf ab 179 €
Der Aufpreis zum Ultra GC kauft im Wesentlichen den eingebauten Bondrucker, dazu Bluetooth und eine aktuellere Android-Version. Für Betriebe, die den Beleg direkt am Tisch ausgeben, ist das der Unterschied, der zählt; an der Theke reicht der Flex genauso. Die genannten Preise gelten im Kontotarif One. Plus bringt 25 Prozent Rabatt auf das erste Gerät, Pro 50 Prozent. Bei zwei Standorten mit je einem Terminal trägt dieser Rabatt allerdings nur einmal.
Stärken und Schwächen aus KMU-Sicht
Die Geräteauswahl und die Onlinefunktionen sind die stärkste Seite des Anbieters. Zahlungslinks, telefonische Zahlungen, Trinkgeldfunktion und Fremdwährungsumrechnung am Terminal sind vorhanden, dazu ein Bundle mit dem Kassensystem Tillhub. Beim Blick auf die Schnittstellen wird es dünner: eine offene Kassenschnittstelle, ELV-Lastschrift und Tax Free sind für myPOS nicht hinterlegt. Für einen Betrieb mit eingeführter Kassensoftware ist das ein Ausschlusskriterium. Auch der Kartenmix entscheidet mit, denn Häuser mit vielen Gästen aus Übersee rechnen einen großen Teil ihrer Umsätze zum zweiten Satz ab.
Auf der Kostenseite bleibt der Einstiegstarif teuer. 1,29 Prozent sind für einen Betrieb mit sechsstelligem Kartenumsatz im Jahr kein guter Wert, und die konkurrenzfähigen Sätze beginnen erst bei 39 Euro Grundgebühr im Monat. Der Bestellprozess wirkt nach unserer eigenen Einschätzung wenig transparent, weil die Gerätepreise auf der Preisseite fehlen und über die einzelnen Produktseiten verstreut sind. Positiv fällt auf, dass keine Mindestvertragslaufzeit hinterlegt ist. Wie sich der Anbieter neben den übrigen Häusern einordnet, zeigt unser Anbieter-Überblick.
Ab welcher Größe Sie verhandeln sollten
myPOS arbeitet mit veröffentlichten Listenpreisen; individuell verhandelte Konditionen sind uns für diesen Anbieter nicht bekannt. Der Hebel liegt deshalb zunächst in der Tarifwahl und darin, die Kosten rund um das Zahlungskonto mitzurechnen. Ab etwa 1 Million Euro Kartenumsatz im Jahr lohnt der Schritt darüber hinaus: In dieser Größenordnung sind Modelle mit ausgewiesenen Interchange- und Schemegebühren häufig günstiger als ein Einheitssatz, und eine Konditionsanalyse zeigt in wenigen Tagen, wie groß der Abstand tatsächlich ist. Bei KartenKosten zahlen Sie dafür erst dann ein Honorar, wenn die Einsparung realisiert ist.
Häufige Fragen zu myPOS
Ab welchem Kartenumsatz lohnt sich der myPOS-Tarif Pro für 39 Euro im Monat?
Was kosten American Express und Karten von außerhalb des EWR bei myPOS?
Hat myPOS eine Mindestvertragslaufzeit?
Welches myPOS-Terminal passt für die Gastronomie?
Lässt sich myPOS an eine bestehende Kassensoftware anbinden?
Verwandte Begriffe
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
- KartenmixDer Kartenmix ist die Verteilung der Umsätze über Kartenarten (Debit, Kredit, Firmen-, Auslandskarten). Er bestimmt die effektiven Gebühren stärker als jeder Verhandlungstrick.
- Blended-PricingBeim Blended-Pricing zahlt der Händler für jede Karte denselben Mischsatz: einfach abzulesen, aber intransparent, weil Interchange, Scheme-Fee und Marge nicht getrennt ausgewiesen werden.