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Unzer Gebühren 2026: öffentlich ist nur die Terminalmiete
Von Unzer ist öffentlich nur die Terminalmiete belegt. Drei Rechenbeispiele zeigen, was Miete, Disagio und Entgelt je Zahlung einen Betrieb im Monat kosten und wo der günstigste Unzer-Tarif im Feld steht.
Interessant für Online-Händler und Tillhub-Kunden

Unzer veröffentlicht von seinen Kartenterminal-Konditionen nur eine Größe verbindlich: die Monatsmiete. Der Ingenico Desk 5000 und der Ingenico Move 5000 kosten je 22,90 € im Monat, der PAX A920 steht mit 0 € in der Liste (Shop-Seite, abgerufen am 27.08.2026). Für Disagio und Entgelt je Zahlung nennt der Shop nur „ab“-Werte wie „ab 1,29 % Kartengebühren“ beim PAX A920, die Vertragslaufzeit gar nicht; die tatsächlichen Werte erfahren Sie erst im individuellen Angebot. In unserem Rechner-Szenario für einen Gastronomiebetrieb mit 40.000 € Kartenumsatz im Monat kommt der günstigste Unzer-Tarif, der PAX A920 ohne Miete, auf 615,38 € und damit auf Rang 23 der geprüften Tarife.
Ein Anbieter für Betriebe mit mehreren Zahlungskanälen
In unserer Anbieterdatenbank steht Unzer mit einer knappen Einordnung: interessant für Online-Händler und Tillhub-Kunden. Diese Ausrichtung prägt das Angebot bis in die Preiskommunikation. Unzer wirbt mit einem All-in-One-Preis oder einem individuell angepassten Angebot und stellt persönliche Beratung, Onboarding und eine Integration ohne Programmierkenntnisse in Aussicht. Die Funktionsliste passt dazu: Kassenschnittstelle, Pay by Link und MOTO sind gesetzt, auf der Shop-Seite steht zusätzlich ein POS Go Terminal, das Kasse, Drucker, Scanner und Terminal in einem Gehäuse zusammenfasst. Wer den Kartenumsatz aus Ladenlokal, Fernabsatz und Kasse bei einem Haus bündeln möchte, findet hier also einen Ansprechpartner für mehr als das Terminal am Tresen. Was dieses Paket kostet, bleibt vor dem Beratungstermin offen, und zwar für jeden Baustein außer der Gerätemiete.
Unsere Zahlen stammen aus zwei Quellen mit unterschiedlichem Reifegrad, und diesen Unterschied halten wir im ganzen Beitrag durch. Die Monatsmieten haben wir am 27.08.2026 im Browser geprüft und bestätigt. Die transaktionsbezogenen Werte, also Disagio, Entgelt je Zahlung und Laufzeit, tragen bis auf die wenigen Sätze, die Unzer selbst nennt, den Prüfstand 26.12.2025 und lassen sich gegen keine öffentliche Quelle abgleichen: Die offizielle Preisseite nennt beim Abruf am 27.08.2026 keine einzige Zahl. Wir kennzeichnen diese Werte deshalb als nicht öffentlich ausgewiesen und formulieren sie als Erhebung, nicht als Preisliste. KartenKosten erhält keine Provision, von keinem Anbieter. Was Sie hier lesen, ist unsere eigene Auswertung und kein Angebot, das jemand bezahlt hat.
Zwei Tarife im Rechner, ein Preisgerüst
Zwei Unzer-Tarife führen wir im Rechner. Der Standard-Tarif SmartPOS läuft mit dem PAX A920 für 0,00 € Miete. Der zweite Tarif heißt Deutschland zahlt digital, nutzt denselben PAX A920 und kostet nach unseren Erhebungen 9,99 € im Monat. Er gehört zu einem Förderangebot mit eigener Landingpage und war beim Abruf am 27.08.2026 weder auf der Preis- noch auf der Shop-Seite auffindbar. Die Standard-Tarife ThekenPOS mit dem Ingenico Desk 5000 und MobilePOS mit dem Ingenico Move 5000, je 22,90 € Miete, haben wir aus dem Rechner genommen: Unzer nennt für beide neben der Miete nur „ab €0,07 Transaktionsgebühren“; Disagio, Entgelt je Zahlung und Laufzeit stehen in den nicht öffentlichen „Kommerziellen Details“ zum Händlervertrag.
Auf der transaktionsbezogenen Ebene nennt Unzer für den SmartPOS-Tarif nur „ab 1,29 % Kartengebühren“. Beim Disagio setzt unser Rechner diesen Satz für Debit- und Kreditkarten an. Für girocard führt er 0,99 %, für internationale Karten 2,50 %, beides aus unserem Datenbestand vom 26.12.2025; ob Unzers „ab 1,29 %“ auch für girocard gilt, lässt die Shop-Seite offen. Ein Mindestentgelt je Transaktion ist in keinem Tarif hinterlegt, Pflicht-Extras ebenso wenig, und ein Inklusivvolumen mit Staffelpreisen kennt die Preisstruktur nicht. Damit ist die Kostenrechnung überschaubar: Umsatz mal Satz, dazu das Entgelt je Zahlung, dazu die Miete. Genau diese Einfachheit gilt allerdings nur, solange die erhobenen Sätze auch in Ihrem Angebot stehen.
Neben der Miete unterscheiden sich die beiden Tarife im Stückpreis je Zahlung: 0,12 € im SmartPOS-Tarif nach unserem Datenbestand, 0,10 € im Tarif Deutschland zahlt digital, für den Unzer auf der Aktionsseite „1,29 % + 10 ct“ nennt. Wie viel das ausmacht, hängt allein an der Zahl Ihrer Kartenzahlungen, nicht an deren Höhe. Bei den Zahlungsarten zeigt die Aktionsseite nur Visa, Mastercard, Apple Pay und Google Pay; girocard fehlt, deshalb bewertet unser Rechner den Tarif im Szenario mit girocard-Anteil nicht. Die folgende Gegenüberstellung nimmt beide Tarife mit demselben Gerät nebeneinander.
| SmartPOS | Deutschland zahlt digital | |
|---|---|---|
| Terminal | CCV/PAX A920 | CCV/PAX A920 |
| Grundgebühr je Monat | 0,00 € (bestätigt 27.08.2026) | 9,99 € |
| Entgelt je Zahlung | 0,12 € | 0,10 € |
| Disagio Debit und Kredit | 1,29 % | 1,29 % |
| Disagio girocard | 0,99 % | keine girocard |
| Disagio internationale Karten | 2,50 % | 2,50 % |
| Laufzeit | 24 Monate | 24 Monate |
| Aktion | keine | 0 € Kosten im ersten Jahr |
Für Debit- und Kreditkarten zeigt die Tabelle einen einzigen echten Hebel: 9,99 € Grundgebühr gegen 0,02 € weniger je Zahlung. Im ersten Jahr entfällt die Rechnung, weil Unzer für Deutschland zahlt digital 0 € Kosten zusagt. Danach greift die Grundgebühr, und der Tarif rechnet sich erst ab 500 Kartenzahlungen im Monat (9,99 € geteilt durch 0,02 €). Ein Betrieb mit 600 Zahlungen spart ab dem zweiten Jahr rund 2,01 € im Monat, einer mit 400 Zahlungen zahlt 1,99 € mehr. Für Häuser mit kleinen Bons und hoher Frequenz ist der Tarif damit interessant, sofern sie auf girocard verzichten können; für Betriebe mit wenigen, großen Beträgen bleibt der Standard-Tarif die günstigere Wahl.
Ein Punkt fehlt in jeder öffentlichen Unzer-Darstellung: die Vertragslaufzeit. In unserem Bestand tragen beide Tarife im Rechner 24 Monate. Weder die Preisseite noch die Shop-Seite bestätigen diesen Wert, und ein Angebot kann davon nach oben wie nach unten abweichen. Für Sie ist das der wichtigste Punkt auf der Frageliste, weil die Laufzeit darüber entscheidet, wie lange ein schlecht verhandelter Satz wirkt.
Solange die Konditionen erst im Angebot sichtbar werden, hilft nur eine eigene Rechnung mit den Werten, die Sie kennen: Ihr Kartenumsatz, Ihre Transaktionszahl, Ihr Anteil internationaler Karten. Wir haben diese Rechnung für drei typische Betriebsgrößen einmal vorgemacht.
Drei Rechnungen aus dem Betriebsalltag
Erstes Beispiel: eine Bäckerei mit vielen kleinen Beträgen. 12.000 € Kartenumsatz im Monat, 900 Kartenzahlungen, alle per girocard, durchschnittlicher Bon 13,33 €, dazu der mietfreie PAX A920. Das Disagio ergibt 118,80 € (0,99 % von 12.000 €), die Transaktionsgebühr 108,00 € (900 Zahlungen mal 0,12 €). Zusammen 226,80 € im Monat, umgerechnet 1,89 % vom Kartenumsatz. Knapp 48 % der Kosten entstehen hier am Stückpreis je Zahlung, obwohl das Gerät nichts kostet. Bei diesem Bonwert wiegt jeder Cent Entgelt schwerer als ein Zehntel Prozentpunkt Disagio.
Zweites Beispiel: ein Hotel mit internationalem Publikum. 30.000 € Kartenumsatz, 1.000 Zahlungen, der mietfreie PAX A920 an der Rezeption. Liegen 20 % des Umsatzes auf Nicht-EWR-Karten, kostet dieser Anteil 150,00 € (6.000 € mal 2,50 %), die übrigen 24.000 € auf Debit- und Kreditkarten kosten 309,60 € (1,29 %). Mit 120,00 € Entgelt je Zahlung summiert sich das auf 579,60 € im Monat. Ohne internationale Karten wären es 507,00 €. Der Kartenmix kostet dieses Haus also 72,60 € im Monat und 871,20 € im Jahr. Wer viele Gäste von außerhalb des EWR beherbergt, sollte den internationalen Satz zum Hauptpunkt der Verhandlung machen.
Drittes Beispiel ist unser Standard-Szenario: ein Gastronomiebetrieb mit 40.000 € Kartenumsatz im Monat und ausgewogenem Kartenmix. Der günstigste Unzer-Tarif, SmartPOS mit dem PAX A920, landet dort bei 615,38 € im Monat und auf Rang 23. Der günstigste Tarif der Liste, Vert „Deutschland zahlt digital“, kommt im selben Szenario auf 251,19 € und gilt nur für Betriebe, die in den letzten zwölf Monaten keine Karten angenommen haben. Die Differenz von 364,19 € im Monat ist die reine Preisdifferenz zwischen zwei Tarifen unter identischen Annahmen, über zwölf Monate sind das 4.370,28 €. Ob dieser Abstand für Sie zählt, hängt davon ab, was Sie neben dem Terminal von einem Anbieter erwarten. Welche Tarife dazwischen liegen, zeigt der Kartenterminal-Vergleich.
Geräte und Einmalkosten: drei Mietmodelle, kein Kaufpreis
Unzer führt im Shop drei Terminals, alle zur Miete. Ein Kaufpreis ist für keines davon hinterlegt, und auch die Shop-Seite nennt am 27.08.2026 keinen Einmalpreis. Einmalkosten für Versand, Einrichtung oder SIM-Karte sind in unseren Datensätzen ebenfalls nicht erfasst; fragen Sie diese Posten im Angebot ab. Das PAX A920 ist ein Android-Terminal mit integriertem Bondrucker, zwei Kameras, WLAN, 4G und Bluetooth und steht mit 0 € Miete in der Liste. Der Ingenico Desk 5000 ist das stationäre Gerät für den festen Kassenplatz, der Move 5000 die mobile Variante mit 4G und Kamera, beide zu 22,90 € im Monat.

CCV - A920
SmartPOS
ohne Gerätekauf
Alle drei Modelle bringen ZVT und OPI mit, also die beiden Schnittstellen, über die deutsche Kassensysteme ein Terminal ansprechen. Für Betriebe ohne eigene Kasse listet die Shop-Seite zusätzlich das POS Go Terminal mit 0 € Miete; einen Tarif dazu haben wir nicht erfasst, seine Konditionen sind von uns nicht geprüft. Die Miete taugt bei Unzer ohnehin schlecht als alleiniges Auswahlkriterium: 22,90 € Unterschied im Monat entsprechen bei 900 Zahlungen rund 2,5 Cent je Bon oder bei 12.000 € Umsatz knapp 0,2 Prozentpunkten Disagio. Wählen Sie das Gerät nach Bauart und Kassenanbindung, und verhandeln Sie die Prozente getrennt davon.
Stärken und Schwächen aus KMU-Sicht
Die Stärke von Unzer liegt in der Breite des Funktionsumfangs. Von zwölf Merkmalen, die wir je Anbieter erfassen, sind zehn erfüllt, darunter American Express, Apple Pay und Google Pay, Lastschrift, dynamische Währungsumrechnung, Trinkgeldfunktion und die Fernzahlung per Pay by Link oder Telefonorder. Offen bleiben Tax Free und digitale Kundenbelege, zwei Punkte, die vor allem Häuser mit Gästen von außerhalb der EU und Betriebe auf dem Weg zum papierlosen Beleg betreffen. Die Geräte sind aktuell, die Verwaltung läuft über eine eigene App. Für einen Betrieb, der Zahlungen aus mehreren Kanälen bei einem Ansprechpartner bündeln will, ist das ein tragfähiges Fundament.
Die Schwächen liegen bei Preis, Support und Transparenz. In unserer Auswertung ist Unzer im Vergleich zu anderen erfassten Anbietern teuer, die Preisstruktur gilt als komplex, der Kundensupport ist eingeschränkt und die Rezensionen fallen relativ schwach aus. Abends und am Wochenende steht nur der Chat-Support zur Verfügung, und das trifft in Gastronomie und Hotellerie genau die Zeitfenster, in denen ein Terminalausfall Umsatz kostet. Die komplexe Preisstruktur ist die Kehrseite des Angebotsmodells: Rechnen können Sie erst nach dem Beratungstermin, vergleichen erst mit dem Angebot in der Hand. Wie sich Unzer damit gegen die übrigen Anbieter im deutschen Markt einordnet, zeigt unser Anbieter-Überblick.
Ab welcher Größe Sie verhandeln sollten
Bei Unzer führt der reguläre Weg zum Preis ohnehin über ein individuelles Angebot. Das ist für Sie ein Vorteil, sofern Sie mit belastbaren Zahlen in das Gespräch gehen: Kartenumsatz der letzten zwölf Monate, Anteil girocard, Anteil internationaler Karten, durchschnittlicher Bon und Zahl der Transaktionen je Standort. Ohne diese Größen bekommen Sie ein Standardangebot mit Ihrem Namen darauf. Mit ihnen lässt sich der internationale Satz, das Entgelt je Zahlung und die Laufzeit einzeln adressieren, statt über einen Paketpreis zu sprechen, dessen Bestandteile Sie nicht kennen.
Ab etwa 1 Mio. € Kartenumsatz im Jahr lohnt eine Konditionsanalyse, denn ab dieser Größe schlägt jeder Zehntel-Prozentpunkt Disagio mit 1.000 € im Jahr zu Buche, und bei zwei oder drei Standorten summiert sich auch das Entgelt je Zahlung zu einem vierstelligen Posten. Wir sichten dafür Ihre Abrechnungen der letzten drei Monate, rechnen den erreichbaren Satz gegen Ihren tatsächlichen Kartenmix und verhandeln das Ergebnis mit dem Anbieter. Bei KartenKosten zahlen Sie dafür erst dann ein Honorar, wenn die Einsparung realisiert ist.
Häufige Fragen zu Unzer
Was kostet ein Kartenterminal von Unzer im Monat?
Wie hoch ist das Disagio bei Unzer?
Welche Vertragslaufzeit hat ein Unzer-Terminalvertrag?
Lohnt sich der Tarif Deutschland zahlt digital?
Wo finde ich die Konditionen von Unzer?
Verwandte Begriffe
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- Blended-PricingBeim Blended-Pricing zahlt der Händler für jede Karte denselben Mischsatz: einfach abzulesen, aber intransparent, weil Interchange, Scheme-Fee und Marge nicht getrennt ausgewiesen werden.
- Vertragslaufzeit / KündigungsfristLaufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung entscheiden, ab wann bessere Konditionen überhaupt greifen können: oft der unterschätzteste Posten im Acquiring-Vertrag.
- KonditionsanalyseDie Konditionsanalyse prüft bestehende Kartenabrechnungen Posten für Posten, bewertet das effektive Disagio gegen den Kartenmix und beziffert das konkrete Einsparpotenzial in Euro.