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Zettle Gebühren 2026: was 1,39 % im PayPal-Ökosystem bedeuten

Zettle by PayPal rechnet jede Kartenzahlung vor Ort mit 1,39 % ab, ohne Monatsgebühr und ohne Laufzeit. Wann die Anbindung an das PayPal-Umfeld diesen Pauschalsatz trägt und ab welchem Kartenumsatz er teuer wird.

Porträtfoto von Robert HoffmannRobert Hoffmann
Logo Zettle by PayPal
Disagio ab
1,39 %
Grundgebühr ab
0 €
Tarife im Rechner
2

Konditionen geprüft am 27.08.2026

Produktabbildung Zettle - Terminal

Zettle by PayPal kostet 1,39 Prozent je Kartenzahlung vor Ort. Eine Monatsgebühr fällt nicht an, der Reader kostet einmalig 29 Euro, das Terminal 199 Euro, jeweils zzgl. MwSt. Der Satz von 1,39 Prozent gilt einheitlich für girocard, Debitkarten, Kreditkarten und Auslandskarten. Teurer wird es im Fernabsatz: Die manuelle Karteneingabe kostet 2,9 Prozent plus 0,35 Euro je Zahlung, ein Zahlungslink 2,99 Prozent plus 0,39 Euro. Ob dieser Pauschalsatz für Ihren Betrieb trägt, entscheidet sich an zwei Punkten: an Ihrem Kartenmix und an der Frage, wie viel Ihnen die Anbindung an das PayPal-Umfeld praktisch wert ist.

Aus Zettle wird PayPal Point of Sale

Wer heute nach Zettle sucht, landet bei PayPal. Das Produkt firmiert in Deutschland unter dem Namen PayPal Point of Sale, die frühere Preisseite unter zettle.com liefert beim Abruf am 27. August 2026 einen 404-Fehler. Acquiring, Kartenleser und Abrechnung kommen aus einem Haus, und dieses Haus kennen viele Betriebe bereits aus dem Online-Geschäft. Genau diese Bündelung ist das eigentliche Verkaufsargument, mit dem ein Pauschalsatz auf alle Kartenarten stehen oder fallen kann. Ein Betrieb, der ohnehin im PayPal-Umfeld abrechnet, hat einen Vertragspartner weniger im Haus; ein Betrieb, der davon nichts hat, bezahlt den Pauschalsatz ohne Gegenwert.

Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserer Tarifdatenbank und wurden am 27.08.2026 gegen die offizielle Preisseite von PayPal geprüft. KartenKosten erhält keine Provision, von keinem Anbieter. Ein älterer Datenbankeintrag mit 2,75 Prozent Kreditkartengebühr hat sich bei dieser Prüfung als falsch erwiesen und wurde korrigiert. Sollten Sie diesen Wert in einer Drittquelle finden, ist die Quelle veraltet.

Was jede Kartenzahlung kostet

Die Preisliste ist kurz. Vor Ort behält Zettle 1,39 Prozent vom Zahlbetrag ein, ein festes Stückentgelt kommt nicht dazu. Bei 50 Euro Rechnungsbetrag sind das 69,5 Cent Transaktionsgebühr, bei einem Frühstück für 8 Euro sind es 11,1 Cent. Volumenstaffeln gibt es nicht: Der Satz bleibt bei 5.000 Euro Monatsumsatz derselbe wie bei 80.000 Euro. Ein Mindestentgelt je Zahlung ist in keinem der drei Tarife hinterlegt, eine monatliche Grundgebühr ebenso wenig, und Pflicht-Extras führt die Datenbank auch nicht.

Dieser eine Satz für alle Kartenarten ist Blended-Pricing in Reinform, und er schneidet je nach Kartenart sehr unterschiedlich ab. Für Kreditkarten und Auslandskarten sind 1,39 Prozent ein ordentlicher Wert. Für girocard ist er teuer, weil girocard-Zahlungen in einem nach Interchange abgerechneten Vertrag üblicherweise deutlich unter Kreditkarten-Konditionen liegen. In der Praxis heißt das: Jede Zahlung an der EC-Kasse quersubventioniert die günstige Kreditkartenkondition. Wie stark das durchschlägt, hängt allein an Ihrem Kartenmix.

Zettle Reader und Zettle Terminal im Konditionsvergleich (Stand 27.08.2026)
Zettle Reader (miniPOS)Zettle Terminal (SmartPOS)
Einmalpreis (zzgl. MwSt.)29,00 €, jedes weitere Lesegerät 79,00 €199,00 €, mit Barcode-Scanner 249,00 €
Grundgebühr im Monat0,00 €0,00 €
Disagio vor Ort1,39 % auf alle Kartenarten1,39 % auf alle Kartenarten
Betriebbraucht Smartphone oder Tablet, Bluetootharbeitet eigenständig, WLAN
Bondruckkein Drucker, digitale BelegeDrucker integriert
Mindestlaufzeitkeine hinterlegtkeine hinterlegt

Die Konditionen der beiden Geräte sind deckungsgleich, die Wahl ist also eine reine Hardware-Entscheidung. Die 170 Euro Aufpreis für das Terminal kaufen einen Bondrucker und die Unabhängigkeit vom Smartphone des Personals. Für einen Marktstand oder einen mobilen Dienstleister reicht der Reader; für eine Theke mit Publikumsverkehr, an der laufend Bons gebraucht werden, zahlt sich das Terminal binnen weniger Wochen zurück, weil es ohne fremdes Gerät auskommt.

Ein Punkt fällt allerdings aus der schlanken Preisliste heraus, sobald ein Betrieb Umsätze außerhalb der Theke abwickelt.

Für ein Hotel, das Anzahlungen telefonisch entgegennimmt, oder einen Handwerksbetrieb, der Schlussrechnungen per Link kassiert, verschiebt dieser Aufschlag die gesamte Kalkulation. Eine Unstimmigkeit sollten Sie dabei kennen: In der Funktionsübersicht steht das MOTO-Kennzeichen für Zettle auf Nein, während die Preisseite die manuelle Karteneingabe ausdrücklich bepreist. Wenn Sie Telefonzahlungen brauchen, lassen Sie sich vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen, dass diese Funktion für Ihr Konto freigeschaltet wird.

Drei Betriebe, drei Rechnungen

Ein Café mit 12.000 Euro Kartenumsatz im Monat zahlt 12.000 Euro mal 1,39 Prozent, also 166,80 Euro. Über zwölf Monate sind das 2.001,60 Euro, dazu einmalig 29 Euro für den Reader, im ersten Jahr also 2.030,60 Euro. Für diese Größenordnung ist der Pauschalsatz eine faire Rechnung, weil in schwachen Monaten keine Grundgebühr stehen bleibt.

Anders sieht es eine Größenordnung darüber aus. Unser Gastronomie-Szenario rechnet mit 40.000 Euro Kartenumsatz im Monat und einem ausgewogenen Kartenmix. Rechnerisch ergeben 40.000 Euro mal 1,39 Prozent genau 556,00 Euro reine Kartenkosten; mit den anteiligen Einmalkosten des Geräts weist unser Rechner 558,42 Euro im Monat aus. Damit liegt Zettle auf Rang 33 von 75 bewerteten Tarifen, also im Mittelfeld. Der günstigste Tarif der Liste, Vert, kommt im selben Szenario auf 230,10 Euro. Die Differenz beträgt 328,32 Euro im Monat oder 3.939,84 Euro im Jahr. Wie sich die übrigen Anbieter in diesem Szenario einsortieren, zeigt unser Kartenterminal-Vergleich.

Der dritte Fall zeigt, wie schnell der Fernabsatz die Rechnung kippt. Ein Handwerksbetrieb setzt 20.000 Euro im Monat an der Theke um und 5.000 Euro über Zahlungslinks, verteilt auf rund 60 Vorgänge. Vor Ort kosten die 20.000 Euro 278,00 Euro. Die 5.000 Euro über Links kosten 149,50 Euro plus 60 mal 0,39 Euro, also 23,40 Euro. In Summe sind das 450,90 Euro im Monat. Liefen dieselben 25.000 Euro vollständig über den Reader an der Theke, wären es 347,50 Euro. Der Komfort der Zahlungslinks kostet diesen Betrieb 103,40 Euro im Monat, was bei überschaubarer Stückzahl vertretbar ist und bei jeder zweiten Rechnung per Link nicht mehr.

Geräte und Einmalkosten: zwei Modelle, ein Preisschild

Zettle verkauft die Hardware zum Festpreis, Mietmodelle gibt es keine. Das Sortiment ist dabei bewusst knapp gehalten. Es gibt den Reader als miniPOS, der per Bluetooth an Smartphone oder Tablet hängt und NFC, Chip und Magnetstreifen liest. Und es gibt das Terminal als eigenständiges SmartPOS mit WLAN und eingebautem Bondrucker. Eine dritte Variante des Terminals bringt einen Barcode-Scanner mit. Klassische Filiallösungen mit fest verkabelten Kassenterminals führt der Anbieter nicht, wer mehrere Kassenplätze in einer stationären Kasse zusammenführen will, findet hier keine Antwort.

  • Produktabbildung Zettle - Reader

    Zettle - Reader

    miniPOS

    Kauf ab 29 €

  • Produktabbildung Zettle - Terminal

    Zettle - Terminal

    SmartPOS

    Kauf ab 199 €

© kartenkosten.de

Rechnen Sie Zweitgeräte gleich mit ein, denn hier liegt eine unauffällige Kostenfalle. Das erste Lesegerät kostet 29 Euro, jedes weitere 79 Euro und damit das 2,7-Fache. Ein Restaurant mit drei Kassenplätzen zahlt so 187 Euro statt der 87 Euro, die drei Erstgeräte kosten würden. Beim Terminal bleibt es bei 199 Euro je Stück, mit Barcode-Scanner bei 249 Euro. Alle Preise sind Nettopreise, dazu kommen Versandgebühren, deren Höhe die Preisseite offenlässt.

Stärken und Schwächen aus KMU-Sicht

Die eigentliche Stärke liegt in der Anschlussfähigkeit an ein System, das viele Betriebe schon nutzen. Wer online ohnehin über PayPal kassiert, bekommt die Kartenzahlung an der Theke im selben Haus dazu, mit einer Abrechnung und einer Ansprechstelle. Die Preisseite verspricht Zugriff auf das Geld innerhalb weniger Minuten, und in einem Betrieb mit knapper Liquidität wiegt das schwerer als ein Zehntelprozent im Disagio. Dazu kommen Kassenschnittstelle, digitale Belege und eine Trinkgeldfunktion, außerdem die Akzeptanz von American Express und Mobile Wallets.

Die Schwächen stecken im selben Preismodell. Solange girocard Ihren Kartenmix prägt, zahlen Sie auf jede einzelne Zahlung einen Aufschlag gegenüber einem Vertrag, der Interchange und Systemgebühren offen ausweist, und dieser Aufschlag wächst linear mit dem Umsatz. Lastschrift, DCC und Tax Free stehen in der Funktionsübersicht auf Nein, was Betriebe mit Touristengeschäft betrifft. Die manuelle Karteneingabe ist mit 2,9 Prozent das teuerste Element der Preisliste. Wie ein anderes Flatrate-Modell mit denselben Fragen umgeht, ordnet unsere Flatpay-Analyse ein; welcher Anbieter zu welchem Betriebstyp passt, sortiert unser Anbieter-Überblick.

Ab welcher Größe Sie verhandeln sollten

Verhandlungsspielraum bietet Zettle im Standardgeschäft nicht. Unsere Datenbank führt zwar einen Eintrag mit Individual-Konditionen, der aber keine Preiswerte enthält, keinem Gerät zugeordnet ist und zuletzt im Januar 2026 geprüft wurde. Ein belastbares Angebot für größere Betriebe lässt sich daraus nicht ableiten. Wer 1,39 Prozent bucht, bucht einen Listenpreis.

Ab etwa einer Million Euro Kartenumsatz im Jahr lohnt sich eine Konditionsanalyse, weil dort schon Zehntelprozente in vierstellige Jahresbeträge umschlagen. Bei einer Million Euro Jahresumsatz kostet der Pauschalsatz 13.900 Euro. Jedes Zehntelprozent, das ein verhandelter Vertrag darunter liegt, sind 1.000 Euro im Jahr, und bei girocard-lastigem Kartenmix ist deutlich mehr als ein Zehntelprozent drin. Wir sehen uns dafür Ihre Abrechnungen der letzten drei Monate an, rechnen Ihren tatsächlichen Kartenmix gegen Pass-Through-Modelle und verhandeln, wenn sich ein Wechsel rechnet. Bei KartenKosten zahlen Sie dafür erst dann ein Honorar, wenn die Einsparung realisiert ist.

Häufige Fragen zu Zettle by PayPal

Was kostet Zettle by PayPal pro Kartenzahlung?
Vor Ort behält Zettle 1,39 % vom Zahlbetrag ein, ein zusätzliches Stückentgelt fällt nicht an. Bei 50 Euro Rechnungsbetrag sind das 69,5 Cent, bei 200 Euro 2,78 Euro.
Gilt der Satz von 1,39 % auch für girocard?
Ja, Zettle rechnet girocard, Debitkarten, Kreditkarten und Auslandskarten einheitlich mit 1,39 % ab. Für girocard-lastige Betriebe ist dieser Pauschalsatz der zentrale Kostentreiber, weil girocard in einem nach Interchange abgerechneten Vertrag üblicherweise günstiger liegt.
Zettle Reader für 29 Euro oder Terminal für 199 Euro?
Die Kondition ist bei beiden Geräten dieselbe, die Wahl betrifft nur die Hardware. Der Reader braucht ein Smartphone oder Tablet, das Terminal arbeitet eigenständig über WLAN und druckt Bons; mit integriertem Barcode-Scanner kostet es 249 Euro, jeweils zzgl. MwSt.
Gibt es bei Zettle eine Mindestlaufzeit oder eine Grundgebühr?
Die Grundgebühr beträgt 0 Euro im Monat, und in keinem der drei Tarife ist eine Mindestlaufzeit hinterlegt (Stand 27.08.2026). Die Preisseite macht zur Laufzeit keine Angabe, lassen Sie sich diesen Punkt vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen.
Was kostet die manuelle Karteneingabe oder ein Zahlungslink?
Die manuelle Karteneingabe kostet 2,9 % + 0,35 Euro je Zahlung, ein Zahlungslink 2,99 % + 0,39 Euro. Bei 200 Euro Rechnungsbetrag zahlen Sie manuell 6,15 Euro statt 2,78 Euro an der Theke.

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Porträtfoto von Robert Hoffmann, Gründer von KartenKosten.de

Robert Hoffmann

Geschäftsführung · Acquirer-Hintergrund

CEO bei Concardis, Nets und 1&1. Bringt diese Anbieter-Perspektive heute in die Mandate ein.

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