Debitkarte
Eine Debitkarte bucht jede Zahlung direkt vom Girokonto ab, ohne Kreditrahmen. Für Händler ist sie günstiger als die Kreditkarte: Der Interchange ist auf 0,2 % statt 0,3 % gedeckelt.
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Eine Debitkarte ist eine Zahlungskarte, bei der jede Zahlung zeitnah und ohne Kreditrahmen vom Girokonto des Karteninhabers abgebucht wird. In Deutschland sind das die girocard sowie die internationalen Debitkarten Visa Debit und Debit Mastercard. Für Händler ist sie die günstigere Kartenart: Das Interchange-Entgelt ist bei Verbraucher-Debitkarten aus dem EWR auf 0,2 % des Umsatzes gedeckelt, bei Verbraucher-Kreditkarten auf 0,3 %.
Debit, Kredit, Prepaid: wo die Grenze verläuft
Die Grenze zieht die Verordnung (EU) 2015/751 über den Zeitpunkt der Belastung. Als Kreditkartenzahlung gilt jede Zahlung, die gesammelt zu einem vereinbarten Monatstermin oder über einen Kreditrahmen belastet wird. Alles andere gilt regulatorisch als Debitzahlung, auch die Zahlung mit einer vorab aufgeladenen Prepaid-Karte. Die klassische deutsche Kreditkarte mit monatlicher Sammelabbuchung ist damit eine Kreditkarte, auch wenn der Kunde nie Zinsen zahlt.
Neu ausgegebene Karten müssen ihre Kategorie nach derselben Verordnung erkennbar tragen, meist durch den Aufdruck „Debit“. Das Terminal liest die Kategorie elektronisch aus. Auf einer Abrechnung nach IC++ steht jede Kategorie in einer eigenen Zeile, oft als „Consumer Debit“ oder „Debit EEA“. Unter Blended-Pricing landen Visa Debit und Debit Mastercard dagegen häufig im selben Satz wie Kreditkarten.
Warum die Kartenart Ihre Kosten bestimmt
Der Abstand von 0,1 Prozentpunkten wirkt klein. Er bedeutet aber, dass eine Debitzahlung beim regulierten Interchange ein Drittel weniger kostet als eine Kreditkartenzahlung. Hinzu kommen bei beiden Kartenarten die Gebühren der Kartennetzwerke und die Marge des Acquirers. Die girocard folgt einer eigenen Preislogik mit einem festen Entgelt je Zahlung, der Debit-Deckel gilt für sie ebenfalls als Obergrenze.
Der Anteil internationaler Debitkarten an deutschen Kassen wächst, weil Banken die auslaufende Maestro-Funktion durch Visa Debit oder Debit Mastercard ersetzen. Welche Rolle diese Karten in Ihrem Kartenmix spielen, entscheidet darüber, ob Ihr Vertrag sie günstig oder teuer abrechnet.
Rechenbeispiel: Restaurant mit zwei Standorten
Ein Restaurant mit zwei Standorten setzt 1,2 Mio € im Jahr über Karten um. 45 % laufen über die girocard, 25 % über Visa Debit und Debit Mastercard, 30 % über Verbraucher-Kreditkarten aus dem EWR. Auf die internationalen Debitkarten entfallen damit 300.000 €, auf die Kreditkarten 360.000 €.
Bei Abrechnung nach IC++ mit 0,25 % Acquirer-Marge kostet der Debit-Umsatz vor Netzwerkgebühren höchstens 600 € Interchange plus 750 € Marge, zusammen 1.350 € oder 0,45 %. Der Kreditkarten-Umsatz kostet 1.080 € plus 900 €, zusammen 1.980 € oder 0,55 %.
Viele Blended-Verträge rechnen beide Kartenarten mit einem gemeinsamen Satz ab, etwa 1,49 %. Auf die 300.000 € Debit-Umsatz sind das 4.470 € im Jahr, also 3.120 € mehr als unter IC++. Davon gehen noch die Netzwerkgebühren ab, der Rest ist Marge des Acquirers. Verlangen Sie deshalb eine eigene Preisstufe für Verbraucher-Debitkarten aus dem EWR oder den Wechsel auf IC++. Prüfen Sie vorher anhand von drei Monatsabrechnungen, welcher Anteil Ihres Umsatzes auf Debitkarten entfällt.
Häufige Fragen zur Debitkarte
Ist eine deutsche Kreditkarte mit monatlicher Abbuchung eine Debitkarte?
Zählen Prepaid-Karten als Debitkarten?
Gilt der Debit-Deckel auch für Firmen-Debitkarten?
Auch genannt
Debit Card · Visa Debit · Debit Mastercard · Debit-Karte · Debitzahlung
Verwandte Begriffe
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
- InterchangeDas Interchange-Entgelt fließt vom Acquirer an die kartenausgebende Bank des Kunden. In der EU ist es gesetzlich gedeckelt: 0,2 % bei Verbraucher-Debit-, 0,3 % bei Verbraucher-Kreditkarten.
- Maestro und V PAYMaestro und V PAY sind auslaufende Debit-Zweitmarken auf der girocard. An ihre Stelle treten Debit Mastercard und Visa Debit, die in vielen Verträgen in einer teureren Preisstufe landen.
- KartenmixDer Kartenmix ist die Verteilung der Umsätze über Kartenarten (Debit, Kredit, Firmen-, Auslandskarten). Er bestimmt die effektiven Gebühren stärker als jeder Verhandlungstrick.
- Blended-PricingBeim Blended-Pricing zahlt der Händler für jede Karte denselben Mischsatz: einfach abzulesen, aber intransparent, weil Interchange, Scheme-Fee und Marge nicht getrennt ausgewiesen werden.
- IC++ (Interchange++)IC++ ist ein transparentes Preismodell, das jede Transaktion in drei offen ausgewiesene Bausteine zerlegt: Interchange + Scheme-Fee + Acquirer-Marge.
- Firmenkarte (Commercial Card)Eine Firmenkarte ist eine auf ein Unternehmen ausgestellte Karte für Geschäftsausgaben. Sie fällt nicht unter die EU-Deckelung des Interbankenentgelts und kostet Händler deutlich mehr.