Grundlagen & Vertrag
Fehlercodes am EC-Gerät: was Fehler 51 und die anderen Codes bedeuten
Fehler 51 meldet das überschrittene Limit der Unterschriftszahlung. Was die wichtigsten Antwortcodes am Terminal bedeuten und welche davon auf eine Lücke im Vertrag zeigen.
Fehler 51 am EC-Gerät steht in der Übersicht der Terminal-Antwortcodes von Nexi für „Zahlung nicht möglich“, und der Zusatz nennt den Grund: Ein Limit ist überschritten, in der Übersicht als „(Händler-)Limit“ notiert, eine Unterschriftszahlung ist damit nicht möglich, die Karte lässt sich aber als girocard-Zahlung mit PIN weiter einlesen. Verlassen Sie sich dabei nicht auf die Nummer allein. Dieselbe 51 ist in der Codeliste des Terminalherstellers REA Card anders belegt, und manche Codes meinen überhaupt keinen Kartenfehler. Sie melden eine Lücke in Ihrem Akzeptanzvertrag.
Wir sind nicht Ihr Netzbetreiber und sehen Ihr Terminal nicht. Die Codes und Klartexte unten stammen aus der Übersicht der Terminal-Antwortcodes von Nexi, aus der Liste der wichtigen Autorisierungscodes von REA Card und aus der Installations- und Bedienungsanleitung zum Verifone V400m, abgerufen am 27. Oktober 2026. Welche Liste für Ihr Gerät gilt, hängt an der Software Ihres Netzbetreibers. Im Zweifel gilt die Dokumentation, die Sie mit dem Vertrag erhalten haben.
Wo der Code steht, und warum die Nummer allein nichts beweist
Am Display sehen Sie und Ihr Personal in der Regel nur den Klartext. Payone führt auf der Geräteseite zum P400 solche Systemmeldungen auf, von „Zahlung nicht möglich“ über „Karte ungültig“ bis „Vorgang abgelehnt“, und zwar ganz ohne Nummern. Die Nummer selbst landet auf dem Beleg des abgelehnten Vorgangs, oft zusammen mit einem Zusatztext des Kartenausgebers. Wer diesen Beleg wegwirft, bevor jemand draufgeschaut hat, verliert damit die einzige Spur, die der Vorgang hinterlässt.
Payone schreibt dazu einen Satz, der die Zuständigkeit klarstellt: Die kartenbezogenen Fehlermeldungen kommen vom Autorisierungssystem der eingesetzten Karte, und zur Richtigkeit der Aussagen kann nur der Kartenausgeber Auskunft geben. Daraus folgt eine praktische Arbeitsteilung. Bei „Systemfehler“ und „Vorgang abgelehnt“ rät Payone, zuerst auf den Zusatztext auf dem Beleg zu achten und erst dann die Hotline anzurufen. Der Zusatztext ist also die eigentliche Information, die Nummer nur ihr Aktenzeichen.
Fehler 51: das Limit der Unterschriftszahlung
Die Nexi-Übersicht führt 51 als „Zahlung nicht möglich“ und erläutert: Das „(Händler-)Limit“ ist überschritten, eine Unterschriftszahlung ist nicht möglich, bitte eine girocard-Zahlung vornehmen. Die Klammer steht so im Dokument, ob also Ihr Limit oder das des Kartenausgebers greift, lässt der Text offen. Code 61 funktioniert nach demselben Muster, hat aber einen anderen Auslöser. Dort heißt es „Karte nicht zugelassen“, die Karte ist gesperrt, eine Unterschriftszahlung ist nicht möglich, auch hier der Hinweis auf die girocard-Zahlung. Beide Codes richten sich gegen den Weg, auf dem Sie die Karte einlesen wollten. Die Karte selbst bleibt dabei zugelassen.
Dieser Weg ist das elektronische Lastschriftverfahren oder dessen geprüfte Variante. Der Kunde unterschreibt, aus der Unterschrift wird eine SEPA-Lastschrift, und eine Deckungsprüfung bei der Bank findet nicht statt. Weil Sie damit das Ausfallrisiko tragen, ist dieser Weg begrenzt, und die beiden Klartexte nennen die zwei Grenzen beim Namen: ein Limit (51) und eine Sperre (61). Wie sich das Verfahren gegen die garantierte Zahlung rechnet, haben wir im Kostenvergleich zwischen girocard mit PIN und ELV aufgeschlüsselt.
Für den Betrieb hat das zwei Konsequenzen. Kurzfristig ist die Zahlung gerettet, sobald der Kunde dieselbe Karte mit PIN verwendet, und genau dazu fordert der Klartext auf. Mittelfristig ist eine Häufung dieser Codes ein Hinweis, der in die Vertragsunterlagen gehört. Taucht 51 an einem Standort täglich auf, liegt es nach diesem Klartext an dem Limit: Es ist zu knapp eingestellt, oder Ihr Durchschnittsbon ist über die Grenze gewachsen, für die es einmal galt.
Dieselbe Nummer, zwei Bedeutungen
Die Nummern sind in beiden Dokumenten weitgehend deckungsgleich, die Texte dahinter vergibt jeder Anbieter in seiner eigenen Dokumentation. Wer die Liste eines Anbieters auf das Terminal eines anderen anwendet, kann deshalb bei der falschen Maßnahme landen. Die folgende Gegenüberstellung nimmt fünf Nummern, die in beiden Dokumenten vorkommen, und stellt die Klartexte nebeneinander.
| Nexi, Übersicht Terminal-Antwortcodes | REA Card, Wichtige Autorisierungscodes | |
|---|---|---|
| 02 | als 2 geführt: Zahlung abgelehnt, anderes Zahlungsmittel verwenden | Systemfehler, Kunde soll sein Kreditinstitut einschalten |
| 51 | Zahlung nicht möglich, „(Händler-)Limit“ überschritten, girocard-Zahlung vornehmen | Vorgang nicht möglich, Kunde soll sein Kreditinstitut einschalten |
| 61 | Karte nicht zugelassen, Karte gesperrt, girocard-Zahlung vornehmen | Systemfehler, Karte derzeit nicht akzeptierbar |
| 80 | Zahlung abgelehnt, für Debitkarten ist ein Debit-Acquiring-Vertrag nötig | Umsatz nicht mehr vorhanden, Betrag schon übertragen |
| 85 | Systemfehler, Ablehnung vom Kreditkarteninstitut | Cashback nicht möglich, Zahlung ohne Cashback-Betrag ausführen |
Die Zeile zu 80 ist die folgenreichste Abweichung, weil die beiden Lesarten entgegengesetzte Reaktionen verlangen. Bei Nexi ist es eine Vertragslücke, bei REA Card ein bereits übertragener Umsatz. Zeile 85 ist der gleiche Mechanismus im Kleinen: Wer hier die falsche Liste nimmt, telefoniert mit dem technischen Support, während der Kunde einfach ohne Cashback zahlen könnte. Der Umkehrschluss ist einfach: Suchen Sie die Nummer immer in der Liste Ihres eigenen Netzbetreibers.
Die Codes, die auf Ihren Vertrag zeigen
Ein Teil der Antwortcodes hat mit der Karte des Kunden nichts zu tun. Diese Gruppe meldet, dass Terminal, Vertrag und Stammdaten beim Acquirer nicht zusammenpassen. Code 3 steht bei Nexi für eine ungültige Vertragsunternehmensnummer und verweist auf eine falsch hinterlegte Zuordnung von VU-Nummer und Terminal-ID. Code 1 verlangt nach einer Vertragsänderung die Meldung der geänderten VU-Nummer. Code 92 meldet falsches Routing bei Kreditkarten, Code 58 ein für diesen Vorgang nicht zugelassenes Terminal, Code 86 fehlende Stammdaten auf dem Host. Keiner dieser Codes verschwindet, wenn der Kunde eine andere Karte zieht.
Geldwert hat in dieser Gruppe vor allem Code 80. Nexi nennt ihn „Zahlung abgelehnt“ und schreibt dazu, dass für die Akzeptanz von Debitkarten ein eigener Debit-Acquiring-Vertrag nötig ist. Dahinter steckt eine Verschiebung im Kartenbestand, die ältere Verträge nicht unbedingt abdecken: Die Banken geben zunehmend Visa Debit und Mastercard Debit aus, und eine Debitkarte eines internationalen Schemes läuft nicht über die girocard-Schiene. Welche Folgen dieser Wandel für den Kartenmix hat, zeigt der Beitrag zu Visa Debit statt girocard.
Rechnen wir das an einem Fachhandelsbetrieb durch: zwei Standorte, 1,6 Mio. Euro Kartenumsatz im Jahr, Durchschnittsbon 40 Euro, also 40.000 Transaktionen. Liegen 12 Prozent des Umsatzes auf Debitkarten internationaler Schemes, sind das 192.000 Euro im Jahr, die bei Code 80 nicht über die Karte hereinkommen. Ein Teil davon wird am Tresen durch Bargeld oder eine andere Karte ersetzt, der Rest ist verloren. Prüfen Sie deshalb Ihren eigenen Anteil statt diese 12 Prozent zu übernehmen: Er steht nach Kartenart aufgeschlüsselt auf Ihrer Monatsabrechnung.
Die Codes, bei denen der Kunde am Zug ist
Die zweite große Gruppe kommt aus dem Autorisierungssystem der Karte, und hier können Sie nichts reparieren. Code 5 ist die Ablehnung durch das kontoführende Institut, Code 13 meldet den überschrittenen verfügbaren Betrag, Code 33 und Code 54 ein überschrittenes Verfalldatum, Code 42 eine gesperrte Karte. Code 55 ist die falsche Geheimzahl. REA Card setzt dazu einen wichtigen Hinweis für das Personal: Beim dritten Versuch mit falscher PIN wird die Karte gesperrt und muss beim Kreditinstitut wieder freigeschaltet werden. Ist das passiert, meldet das Terminal Code 75.
Zwei Codes aus dieser Gruppe sind reine Bedienhinweise und werden an der Kasse oft als Defekt missverstanden. Code 19 bedeutet, dass die kontaktlose Transaktion nicht möglich ist und die Karte gesteckt werden muss. Code 65 ist die gleiche Aufforderung aus einem anderen Grund: Nach einer bestimmten Anzahl kontaktloser Zahlungen verlangt die Karte eine kontaktbehaftete Transaktion. Wer das im Team einmal erklärt, spart sich die Anrufe beim Support und den abgebrochenen Einkauf an der Kasse.
Code 02: die Ablehnung, die Sie drehen können
Eine Ablehnung ist nicht immer endgültig. Die Bedienungsanleitung zum Verifone V400m beschreibt in Kapitel 8.3 den Fall, dass eine Kreditkartentransaktion eine telefonische Genehmigung durch die Kreditkartengesellschaft erfordert. Das Terminal zeigt dann zwei Zeilen an: „Kreditkartengesellschaft anrufen“ und „Fehlercode: 02“. Mit dem Anruf übermittelt die Kreditkartengesellschaft dem Vertragsunternehmen eine Genehmigungsnummer, die für die Abwicklung nötig ist. Danach lassen sich Zahlung, Trinkgeld und Reservierung ausführen. Entscheidend ist die Kombination aus Nummer und Klartext: Ohne diesen Hinweis ist die 2 in der Nexi-Übersicht eine schlichte Ablehnung.
Der Weg am Gerät steht in Kapitel 8.3.1 der Anleitung: Menü Geschäftsvorfälle öffnen, die Funktion Telefon. Genehmigung wählen, das Passwort eingeben, dann Zahlung, Trinkgeld oder Reservierung, anschließend die Genehmigungsnummer und den Betrag. Die Rechnung dahinter ist schnell gemacht. Bleiben in unserem Beispielbetrieb 50 Zahlungen im Jahr liegen, weil niemand diesen Weg kennt, sind das bei 40 Euro Durchschnittsbon 2.000 Euro Umsatz, der an der Kasse stehen geblieben ist. Bei Hotel- und Werkstattrechnungen mit dreistelligen Beträgen wird daraus ein Vielfaches.
Wen Sie anrufen, und in welcher Reihenfolge
Die Systemfehler bilden die dritte Gruppe, und sie sortieren sich nach Zuständigkeit. Code 91 meldet bei Nexi einen nicht verfügbaren Kartenherausgeber oder eine gestörte Leitung zum Autorisierer, mit dem Rat, es später erneut zu versuchen. Code 6 bittet schlicht um eine Wiederholung. Die Codes 96, 97 und 99 verweisen dagegen direkt auf den technischen Support, ebenso 87 für ein unbekanntes Terminal. Code 98 ist ein Sonderfall: Datum, Uhrzeit oder Trace-Nummer sind nicht plausibel, und das Terminal fordert eine erweiterte Diagnose an. Welche Diagnosefunktionen Ihr Gerät dafür anbietet, steht in der Anleitung zu Ihrem Terminal. Ob Netzbetreiber oder Acquirer Ihr Ansprechpartner ist, klärt der Beitrag Netzbetreiber oder Acquirer.
Eine eigene Gruppe betrifft Stornos und Gutschriften. Code 21 meldet eine fehlende Bezugstransaktion, Code 57 eine andere Karte als bei der Bezugstransaktion, Code 64 einen abweichenden Betrag. Alle drei treten typischerweise auf, wenn der Beleg des Originalvorgangs fehlt oder die Zahlung bereits freigegeben wurde. Nach dem Kassenschnitt ist ein Storno ohnehin nicht mehr möglich, dann bleibt nur die Gutschrift als eigene Transaktion mit eigenen Kosten.
Was die Vertragscodes im Jahr kosten
Die Codes 1, 3, 58, 80, 86 und 92 haben eine Gemeinsamkeit, die über den einzelnen Vorgang hinausgeht. Sie belegen, dass die Daten in Ihrem Terminal und die Daten beim Acquirer auseinanderlaufen. Nexi selbst verweist dabei auf den Vertrag statt auf die Technik: Zu Code 1 steht in der Übersicht die Aufforderung, den Vertrag mit dem Acquirer zu prüfen, zu Code 3 die Aufforderung, die Zuordnung von VU-Nummer und Terminal-ID prüfen zu lassen. Wer Code 80 monatelang als Kartenproblem abhakt, hat dagegen eine fehlende Vertragskomponente nicht bemerkt.
In Zahlen gerechnet auf unseren Beispielbetrieb mit 1,6 Mio. Euro Kartenumsatz: Jeder Zehntelprozentpunkt im Satz ist 1.600 Euro im Jahr wert. In Verhandlungen für Betriebe dieser Größe liegt der Spielraum erfahrungsgemäß bei 0,10 bis 0,25 Prozentpunkten, also 1.600 bis 4.000 Euro im Jahr. Die Antwortcodes sind dafür kein Ersatz für die Abrechnung, aber ein brauchbarer Einstieg: Sie zeigen, wo Terminal und Vertrag nicht deckungsgleich sind, und genau dort fängt eine Prüfung an.
Bis dahin genügt eine Gewohnheit, die nichts kostet. Legen Sie die Belege abgelehnter Vorgänge eine Woche in eine eigene Ablage und notieren Sie Nummer und Klartext. Nach sieben Tagen sehen Sie, ob Sie es mit Kundenkarten, mit einem Limit oder mit Ihren Stammdaten zu tun haben. Das ist der Unterschied zwischen einem Anruf beim Support und einem Gespräch über den Vertrag.
Häufige Fragen zu Fehlercodes am EC-Gerät
Was bedeutet Fehler 51 am EC-Gerät?
Wo finde ich den Fehlercode zu einer abgelehnten Zahlung?
Was heißt „Geheimzahl falsch“ und „Geheimzahl zu oft falsch“?
Welche Fehlercodes deuten auf einen Vertrags- oder Konfigurationsfehler hin?
Warum muss der Kunde die Karte manchmal stecken statt kontaktlos zu zahlen?
Verwandte Begriffe
- ELV (Elektronisches Lastschriftverfahren)Kartenzahlung per Unterschrift statt PIN: Das Terminal liest die Kontodaten, daraus wird eine SEPA-Lastschrift. Das girocard-Händlerentgelt entfällt, das Ausfallrisiko bleibt beim Betrieb.
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
- Terminal-ID (TID)Die Terminal-ID (TID) ist die eindeutige Kennnummer eines Kartenterminals. Der Netzbetreiber vergibt sie je Gerät; alle gerätegebundenen Gebühren werden je TID abgerechnet.
- AkzeptanzvertragDer Akzeptanzvertrag regelt zwischen Händler und Acquirer, welche Karten angenommen werden und zu welchen Entgelten die Umsätze abgerechnet und ausgezahlt werden.