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Vert Kartenterminal: die Konditionen der Deutsche-Bank-Marke im Detail
Vert führt das Feld im Gastronomie-Szenario an: 230,10 € im Monat bei 40.000 € Kartenumsatz. Warum der Preisführer bei Angebot und Leistung trotzdem nur Mittelmaß ist.
- Disagio ab
- 0,30 %
- Grundgebühr ab
- 6 €
- Tarife im Rechner
- 4
Konditionen geprüft am 27.08.2026

Vert ist die Terminalmarke des Joint Ventures von Deutscher Bank und Fiserv. Im Gastronomie-Szenario unseres Rechners führt der Anbieter das Feld an: 230,10 € im Monat bei 40.000 € Kartenumsatz, Rang 1 von 75 Standardtarifen. Möglich macht das eine schlanke Preisstruktur mit 9,90 € Miete für den Clover Flex und 0,30 % auf girocard. Bei Angebot und Leistung bleibt Vert dagegen nur Mittelmaß, weil das Sortiment schmal ist und drei der vier Tarife fünf Jahre laufen. Dieser Beitrag rechnet nach, wann der Preisvorteil diese Bindung aufwiegt.
Wer hinter Vert steht
Hinter der Marke Vert stehen zwei Häuser: die Deutsche Bank und der US-Zahlungsdienstleister Fiserv. Die Arbeitsteilung ist an der Hardware ablesbar, denn sämtliche Terminals stammen aus der Clover-Reihe, die zu Fiserv gehört. Acquiring und technische Abwicklung kommen also aus einem international aufgestellten Konzern, Vertrieb und Betreuung sitzen in Deutschland. Deutsche Ansprechpartner und eine klar formulierte Datenschutzpolitik führt der Anbieter-Steckbrief als Stärke, und der Service erreicht im Profil die höchste Einzelnote. Für Betriebe, die einen Vertragspartner mit Bankhintergrund bevorzugen, ist das ein Argument.
Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserer Tarifdatenbank mit Stand vom 27. August 2026. Gegen die Produktvergleichsseite von Vert geprüft haben wir am selben Tag die beiden Mietpreise von 9,90 € und 5,99 €, die dort übereinstimmen; die Konditionen des Förderangebots haben wir separat gegen vert.de/deutschland-zahlt-digital abgeglichen. Prozentsätze, Laufzeiten und Einmalkosten nennt die Produktvergleichsseite selbst nicht, sie verweist nur pauschal auf zusätzliche Disagien. KartenKosten erhält keine Provision, von keinem Anbieter.
Vier Tarife auf zwei Geräten
Vert führt vier buchbare Tarife: zwei Geräte, jeweils zu Standard-Konditionen oder im Förderangebot „Deutschland zahlt digital“. Der Clover Flex kostet 9,90 € Miete im Monat und rechnet girocard mit 0,30 % ab, Debitkarten mit 0,59 %, Kredit- und Auslandskarten mit 0,99 %. Der kleinere Clover Pocket liegt bei 5,99 € Miete, verlangt dafür aber durchgängig 0,99 % Disagio, unabhängig von der Kartenart. Ein Freivolumen gibt es in keinem Tarif, eine Volumenstaffel ebenso wenig. Eine Transaktionsgebühr je Zahlung erhebt Vert nicht, ein Mindestentgelt pro Buchung ist ebenfalls nirgends hinterlegt. Für Betriebe mit kleinen Durchschnittsbons ist das ein struktureller Vorteil: Ein Fixanteil je Zahlung wiegt bei einem 6-€-Bon prozentual sehr viel schwerer als bei 60 €.
Das Förderangebot setzt auf denselben Geräten auf. Auf dem Clover Flex, den Vert auf der eigenen Produktseite als Bestseller kennzeichnet, kostet es 19,99 € Miete im Monat und rechnet girocard ab dem 13. Monat mit 0,35 % ab; Debit- und Kreditkarten bleiben bei 0,59 % beziehungsweise 0,99 %. Auf dem Clover Pocket bleibt es bei 5,99 € und 0,99 % durchgängig. Der Reiz liegt im ersten Vertragsjahr, das die Tarifdatenbank mit null Kosten führt. Danach folgen 48 Monate zu den Konditionen des Förderangebots, und die liegen auf dem Flex bei girocard über den Standard-Konditionen. Wer die Fördertarife bewertet, muss deshalb die volle Laufzeit rechnen.
| Standard-Konditionen | Deutschland zahlt digital | |
|---|---|---|
| Miete pro Monat | 9,90 € | 19,99 € |
| girocard | 0,30 % | 0,35 % |
| Debitkarten | 0,59 % | 0,59 % |
| Kreditkarten | 0,99 % | 0,99 % |
| Karten aus dem Ausland | 0,99 % | 0,99 % |
| Erstes Vertragsjahr | regulär abgerechnet | ohne Kosten |
| Entgelt je Zahlung | keines | keines |
Die Gegenüberstellung macht den Tausch sichtbar: Zwölf beitragsfreie Monate stehen gegen 10,09 € höhere Miete und 0,05 Prozentpunkte mehr auf jede girocard-Zahlung ab Monat 13. Ob sich das lohnt, hängt am Kartenumsatz, denn der Mietaufschlag ist fix, während die Ersparnis des Freijahrs mit dem Volumen wächst. Betriebe mit hohem Umsatz fahren mit dem Förderangebot besser, kleine Betriebe mit den Standard-Konditionen. Wo die Schwelle liegt, zeigen die Rechenbeispiele weiter unten.
Ein Punkt verdient vor der Unterschrift Aufmerksamkeit, weil er sich später nicht mehr korrigieren lässt: die Vertragslaufzeit. Fünf Jahre sind im deutschen Terminalmarkt das obere Ende, und bei Vert betreffen sie ausgerechnet das Gerät mit den attraktivsten Sätzen.
Rechnen Sie den Preisvorteil deshalb über die volle Laufzeit. Ein Tarif, der heute 20 € im Monat spart, schreibt ein Preisniveau fest, das in fünf Jahren womöglich nicht mehr marktgerecht ist. Ein zweiter Punkt steht im Kleingedruckten: Vert verlangt den Nachweis der PCI-DSS-Zertifizierung und erhebt eine Zusatzgebühr, wenn dieser Nachweis ausbleibt. Turnus und Höhe der Gebühr sind nicht dokumentiert; fragen Sie beides vor der Unterschrift schriftlich ab.
Was Vert konkret kostet
Erstes Beispiel: eine Bäckerei mit 8.000 € Kartenumsatz im Monat und einem Kartenmix aus 70 % girocard (5.600 €), 20 % Debitkarten (1.600 €) und 10 % Kreditkarten (800 €). Mit dem Clover Flex zu Standard-Konditionen ergibt das 16,80 € auf girocard, 9,44 € auf Debit und 7,92 € auf Kredit, zusammen 34,16 € Disagio. Plus 9,90 € Miete stehen 44,06 € im Monat auf der Rechnung. Derselbe Umsatz auf dem Clover Pocket: 8.000 € mal 0,99 % ergibt 79,20 €, plus 5,99 € Miete sind 85,19 €. Der Clover Pocket kostet in diesem Beispiel also 41,13 € im Monat mehr als der Clover Flex, obwohl seine Miete niedriger ausfällt.
Zweites Beispiel, das Gastronomie-Szenario aus unserem Rechner: ein Standort, 40.000 € Kartenumsatz im Monat, ausgewogener Kartenmix. Vert landet dort bei 230,10 € im Monat und damit auf Rang 1, wenn man alle 75 Standardtarife im Vergleich gegeneinander stellt; angesetzt wird dabei jeweils der günstigste Tarif des Anbieters. Rechnerisch entspricht das 0,575 % des Kartenumsatzes oder 2.761,20 € im Jahr. Der Abstand zum Feld entsteht über das Fehlen jeder Fixkomponente jenseits der Miete: keine Stückkosten, kein Mindestentgelt. Wie sich dieser Wert gegen die übrigen Anbieter verhält, zeigt der Kartenterminal-Vergleich.
Drittes Beispiel, dieselben zwei Betriebe über die volle Laufzeit von 60 Monaten. Für den Gastronomiebetrieb bedeutet der Standardtarif 60 mal 230,10 €, also 13.806,00 €. Im Förderangebot entfallen die ersten zwölf Monate; es bleiben 48 Monate zu einem Preis, der um 10,09 € Miete und um 0,05 % des girocard-Umsatzes höher liegt. Selbst wenn der gesamte Umsatz über girocard liefe, wären das 20,00 € zusätzlich im Monat, in Summe also höchstens 48 mal 260,19 € oder 12.489,12 €. Das Förderangebot ist in diesem Betrieb über fünf Jahre mindestens 1.316,88 € günstiger. Für die Bäckerei kippt das Ergebnis: 60 mal 44,06 € sind 2.643,60 € zu Standard-Konditionen, das Förderangebot kommt auf 48 mal 56,95 € und damit 2.733,60 €. Hier kostet das Freijahr am Ende 90,00 € mehr, weil zwölf gesparte Monate den Mietaufschlag über vier Jahre nicht auffangen.
Geräte und Einmalkosten
Vert vermietet ausschließlich; ein Kaufpreis ist in keinem der vier Tarife hinterlegt. Das kalkulierbare Angebot besteht aus zwei Android-Geräten der Clover-Reihe. Der Clover Flex ist das größere und bringt Drucker, 5-MP-Kamera, NFC, Chip- und Magnetstreifenleser sowie WLAN, 4G und Bluetooth mit. Der Clover Pocket teilt die Anschlusstechnik, verzichtet aber auf Drucker und Kamera; die Tarifdatenbank beschreibt ihn als Einsteigergerät mit vergleichsweise geringer Mietgebühr. Wer Belege am Terminal ausgeben will, kommt am Flex nicht vorbei, denn digitale Kundenbelege bietet Vert nicht an.
Clover - Pocket
SmartPOS
ohne Gerätekauf

Clover - Flex
SmartPOS
ohne Gerätekauf
Das Sortiment wächst gerade. Auf der Produktseite steht der Clover Mini für 24,99 € Miete im Monat, für Oktober 2026 ist der Clover Compact angekündigt, für Januar 2027 die Clover Station Duo. Zu keinem dieser drei Geräte veröffentlicht Vert bislang Disagio-Sätze, weshalb sie in den Rechnungen dieses Beitrags nicht auftauchen. Für die Produktbreite bleibt es damit vorerst bei zwei kalkulierbaren Optionen, und genau daran hängt die schwache Note im Bereich Angebot. Wer Kassenplatz und mobile Bedienung mit unterschiedlicher Hardware abbilden will, findet bei Vert derzeit wenig Spielraum.
Stärken und Schwächen aus KMU-Sicht
Die Stärke von Vert liegt in niedrigen Sätzen bei einer Abrechnung ohne Nebenposten. Pflicht-Extras sind in keinem der vier Tarife hinterlegt, die Verwaltung läuft digital. Auf der Kartenseite ist das Präsenzgeschäft vollständig abgedeckt: Visa, Mastercard, girocard und American Express sind freigeschaltet, dazu Apple Pay und Google Pay, eine Trinkgeldfunktion und eine Kassenschnittstelle. Für Gastronomie und Einzelhandel mit klassischem Thekengeschäft fehlt an der Kasse nichts. Schnelle Auszahlung und deutsche Betreuung führt der Steckbrief zusätzlich als Pluspunkte.
Die Schwächen sind ebenso klar umrissen. Fernzahlungen fehlen komplett: weder Pay by Link noch die telefonische Annahme über MOTO sind freigeschaltet, und auch DCC, Tax Free und digitale Kundenbelege stehen nicht zur Verfügung. Ein Betrieb mit Rechnungs- oder Telefongeschäft braucht dafür einen zweiten Anbieter. Der Support ist nicht rund um die Uhr erreichbar, was Betriebe mit Spätöffnung betrifft. Und die Produktbreite bleibt schmal, solange die angekündigten Geräte ohne Konditionen dastehen. Das erklärt die Distanz zwischen der starken Kostennote und den schwächeren Werten bei Angebot und Leistung. Wie sich Vert gegenüber den übrigen Anbietern einordnet, steht im Anbieter-Überblick.
Ab welcher Größe Sie verhandeln sollten
Individuelle Konditionen veröffentlicht Vert nicht; in der Tarifdatenbank stehen ausschließlich die vier Standardtarife. Den Ausgangspunkt für ein Gespräch müssen Sie also selbst setzen. Die Stellschrauben sind bei Vert überschaubar: die Laufzeit und das girocard-Disagio. Gerade die Laufzeit ist bei einem Fünfjahresvertrag der wertvollste Verhandlungspunkt, weil sie das Preisniveau für die restlichen 48 Monate festschreibt. Ab etwa 1 Mio € Kartenumsatz im Jahr, also rund 83.000 € im Monat, verschiebt sich das Kräfteverhältnis spürbar. In dieser Größenordnung ist ein pauschaler Satz für alle Kartenarten selten die günstigste Lösung, und eine strukturierte Konditionsanalyse zeigt, welche Kosten Ihr konkreter Kartenmix an Interchange und Systementgelten tatsächlich verursacht. Wir prüfen den Bestandsvertrag, rechnen die Alternativen gegen und führen die Verhandlung. Bei KartenKosten zahlen Sie dafür erst dann ein Honorar, wenn die Einsparung realisiert ist.
Häufige Fragen zu Vert
Wer steckt hinter Vert, ist das die Deutsche Bank?
Was kostet ein Vert-Kartenterminal im Monat?
Was bedeutet „Deutschland zahlt digital“ bei Vert, und was zahle ich ab dem 13. Monat?
Lohnt sich der Clover Flex für 9,90 € gegenüber dem Clover Pocket für 5,99 €?
Kann ich mit Vert auch telefonisch oder per Zahlungslink kassieren?
Verwandte Begriffe
- DisagioDas Disagio ist das prozentuale Entgelt, das ein Händler pro Kartenzahlung an seinen Acquirer abführt, typischerweise zwischen 0,3 % und über 2 % je nach Kartenmix und Modell.
- girocardDie girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Für Händler ist sie die günstigste verbreitete Kartenart: meist rund 0,30 % Händlerentgelt je Zahlung.
- Vertragslaufzeit / KündigungsfristLaufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung entscheiden, ab wann bessere Konditionen überhaupt greifen können: oft der unterschätzteste Posten im Acquiring-Vertrag.
- KartenmixDer Kartenmix ist die Verteilung der Umsätze über Kartenarten (Debit, Kredit, Firmen-, Auslandskarten). Er bestimmt die effektiven Gebühren stärker als jeder Verhandlungstrick.